WIB - Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH

Eine Beschäftigte von WERGO im Bereich Textil & Design arbeitet an der Safety-Maschine Eine Beschäftigte von WERGO im Bereich Textil & Design arbeitet an der Safety-Maschine

Gegründet 1990 als WIB e.V. betreiben die WIB – Weißenseer Integrations- betriebe GmbH und ihre Tochtergesellschaften, WERGO GmbH und WIB Integ GmbH, im Verbund heute verschiedene soziale Projekte, Integrationsunternehmen und eine Werkstatt für behinderte Menschen.

Inzwischen arbeiten im Verbund mehr als 140 Mitarbeiter/-innen an elf Standorten in Berlin. Fachkräfte mit sehr unterschiedlichen Qualifikationen und Lebenserfahrungen engagieren sich für schwerbehinderte und psychisch kranke Menschen.

Was sind die Ziele?

Ziel ist die soziale und berufliche Integration psychisch kranker, suchtkranker, hörbehinderter und anderer (schwer-) behinderter Menschen durch Betreuung, Beratung, Beschäftigung und Arbeit im Verbund von Projekten und Firmen.

Was macht die WIB – Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH?

  • fördert die soziale Integration behinderter und sozial benachteiligter Menschen durch Beratung, Betreuung, Beschäftigung und Arbeit im Verbund von Projekten und Firmen,
  • bietet durch den Einsatz multiprofessioneller Teams Unterstützung bei gesellschaftlicher Teilhabe, beruflicher Rehabilitation und Integration,
  • vermittelt zwischen verschiedenen Lebensbezügen wie Krankheit, der Behandlungs- und Betreuungswelt, Arbeit und Familie,
  • kooperiert mit verschiedenen Unternehmen, z.B. mit der Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik (FDS).

Zwei Mitarbeiterinnen von WIB Integ bei der Arbeit im Waschhaus Zwei Mitarbeiterinnen von WIB Integ bei der Arbeit im Waschhaus

Im Rahmen des Sozialpsychiatrischen Verbunds bieten die WIB

  • soziale und psychologische Beratung in einer Kontakt- und Beratungsstelle,
  • Betreuung in Wohnprojekten,
  • Förderung in Beschäftigungstagesstätten und
  • Integrierte Psychotherapie

Im Rahmen der Integrationsberatung stellen die WIB zwei Integrationsfachdienste bereit (IFD Ost und IFD für hörbehinderte Menschen) für die

  • Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt,
  • Beratung und Unterstützung am Arbeitsplatz,
  • Arbeitgeberberatung und
  • Schulung und Prävention bei Zusammenarbeit mit hörbehinderten Menschen.

Ein Beschäftigter von WERGO jätet Wildkraut im Lavendelbeet im Tassopark Ein Beschäftigter von WERGO jätet Wildkraut im Lavendelbeet im Tassopark

Im Verbund mit der WERGO GmbH (Werkstatt für behinderte Menschen) bieten die WIB:

  • Berufliche Bildung und Rehabilitation,
  • Teilhabe durch Beschäftigung und Arbeit (in verschiedenen Tätigkeitsfeldern, z. B. in den Arbeitsbereichen Hauswirtschaft, Kantine, Textil & Design oder Garten-/Landschaftspflege),
  • Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt und
  • Dienstleistungen für gewerbliche und private Kunden

Im Verbund mit der WIB Integ GmbH (Integrationsunternehmen) bieten die WIB:

  • Berufliche Rehabilitation und Integration durch Beschäftigung auf sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in den Betrieben Waschhaus und Industrieservice,
  • Dienstleistungen für gewerbliche und private Kunden und
  • Rehabilitative Beschäftigung im Rahmen von Zuverdienstmöglichkeiten für Mitarbeiter/-innen mit überwiegend psychischen Behinderungen.

Wer finanziert die WIB – Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH?

Grundlage der Finanzierung aus öffentlichen Mitteln ist die vereinbarte Erbringung von gesetzlich festgeschriebenen Leistungen im Auftrag des Landes Berlin.

  • Land Berlin (Mittel der Eingliederungshilfe und der Ausgleichsabgabe, Zuwendungen des Bezirksamts Pankow, Krankenhaus des Maßregelvollzugs)
  • Träger der beruflichen Rehabilitation
  • Umsätze durch wirtschaftliche Tätigkeit
  • Freudenberg Stiftung, Weinheim

Welche Partner unterstützen die WIB – Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH?

  • Freudenberg Stiftung, Weinheim
  • Freudenberg Spezialdichtungsprodukte GmbH & Co. KG, Berlin
  • Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
  • Bezirksamt Pankow, Abteilung Soziales, Gesundheit, Schule und Sport
  • Träger der örtlichen Sozialhilfe
  • Träger der beruflichen Rehabilitation, wie Rentenversicherungsträger und Agenturen für Arbeit
  • Jobcenter Pankow, Jobcenter Lichtenberg
  • Landesamt für Gesundheit und Soziales, Integrationsamt
  • Paritätischer Wohlfahrtsverband
  • Europäischer Sozialfonds
  • Albatros gGmbH
  • U.S.E. gGmbH
  • LWB – Lichtenberger Werkstatt für Behinderte gGmbH
  • Pinel GmbH

Warum engagiert sich die Freudenberg Stiftung für die WIB – Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH?

Die Freudenberg Stiftung unterstützt die WIB, um Arbeits- und Zuverdienstmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen zu fördern und zu erhalten. Die Freudenberg Stiftung sammelt unmittelbare Erfahrungen mit den Notwendigkeiten und Möglichkeiten der Arbeit für psychisch Kranke und des Zuverdienst. Die Freudenberg Stiftung ist Mitgesellschafterin der WIB GmbH.

Kontakt

WIB – Weißenseer Integrationsbetriebe GmbH
Andreas Schimmer
Geschäftsführung
Tassostr. 17
D-13086 Berlin
Tel. 0049-(0)30-479911-0
Fax 0049-(0)30-479911-32
info@wib-verbund.de
http://www.wib-verbund.de/

Change Story

Herr S.

Herr S. ist ein junger Mann, der im „Waschhaus und mehr“ regelmäßig und verbindlich seiner Zuverdiensttätigkeit nachgeht. Außerdem hat er Wünsche und Vorstellungen für seine Zukunft. Es begann in der frühen Jugend, fast noch in der Pubertät mit einer depressive Erkrankung, die jedoch nicht als solche erkannt wurde. Von da an begleitet ihn die Erkrankung durch sein Leben. Herr S. erlangte die Mittlere Reife und fing eine Ausbildung zum Bauzeichner an. Er konnte sie nicht zu Ende bringen, da er wieder erkrankte. Er jobbte später auf dem Bau und konnte dort eine Ausbildung zum Zimmermann machen. Er erlangte einen Abschluss. Wieder holte ihn die Depression ein. So ging es weiter Depressionen und Job – immer im Wechsel. Da fasste Herr S. für sich einen neuen Entschluss: Weg aus seiner Umgebung und bewusste Auseinandersetzung mit seiner Erkrankung.

Herr S. ging nach Berlin und erlebte hier für sich zum ersten Mal Hilfe und Unterstützung durch eine soziale Einrichtung. Er meldete sich beim Jobcenter, versuchte, wieder ein geregeltes Leben zu führen, nahm verschiedenste Hilfen in Anspruch und merkte, wie gut es ist, dass es Institutionen gibt, die für seine Belange offen sind. Trotzdem wagte er es nicht, dem Jobcenter mitzuteilen, dass er eine psychische Erkrankung hat. Er bekam aber eine Qualifizierungsmaßnahme im Restaurationsbereich, wurde wieder krank, jobbte als Kellner. Und wieder holte ihn seine Erkrankung ein.

Darüber, dass er in Berlin eine Verhaltenstherapie begonnen hatte, kam er zu einer Kontakt- und Beratungsstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dort erfuhr er vom WIB e.V. und so kam er ins Waschhaus, arbeitete zur Probe und ist inzwischen seit über zwei Jahren durchschnittlich 12 Stunden in der Woche tätig. Er fand zunächst das im Waschhaus, was er für sein Leben brauchte: eine sich ständig wiederholende Struktur, die ihn nicht überforderte und ihm Halt gab. Anfang 2009 geriet er durch die Trennung von seiner Freundin wiederum in eine akute Krise, die durch seine Therapie, aber auch durch Unterstützung im Zuverdienst abgefedert werden konnte. Im Laufe der Zeit konnte sich Herr S. wieder gedanklich darauf einlassen, Pläne zu machen ohne etwas zu überstürzen. Er nahm auf privater Basis eine Fortbildung zum Fitness- und Ernährungsberater auf. Herr S. ist bei der geringen Stundenzahl im Waschhaus in der Lage, etwas für seinen beruflichen Werdegang zu tun, ohne sich zu überfordern. Er hat Zeit und Kraft um weiter zu lernen. Das gibt ihm Hoffnung. Trotzdem weiß er, dass er jederzeit wieder abstürzen kann, aber nicht mehr so tief fallen wird – denn er hat immer noch das Waschhaus.

Herr S. konnte inzwischen in Erfahrung bringen, dass er möglicherweise eine Umschulung über die Agentur für Arbeit erhalten kann zum Sport- und Fitnesskaufmann. Er hat bereits einige Tests durchlaufen und hofft nun auf ein positives Ergebnis. Sein Traum ist es, mit diesen beiden Standbeinen (Sport und Waschhaus) eines Tages sein Berufsleben gestalten zu können.