Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung wurde 1998 gegründet. Sie reagiert auf eine rechtsextreme Alltagskultur mit Initiativen zur Stärkung der Zivilgesellschaft und der demokratischen Kultur. Schirmherr der Amadeu Antonio Stiftung ist Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Die Amadeu Antonio Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts.

Was sind die Ziele?

Seit ihrer Gründung 1998 ist es das Ziel der Amadeu Antonio Stiftung, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet und eine demokratische Alltagskultur stärkt.

Was macht die Amadeu Antonio Stiftung?

  • ermutigt lokale Initiativen vor Ort, in dem sie ihre Eigeninitiative stärkt und sie vernetzt,
  • stellt Öffentlichkeit für menschenfeindliche Ereignisse in der Gesellschaft her,
  • organisiert und verleiht gemeinsam mit der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung den Sächsischen Förderpreis für Demokratie,
  • berät, unterstützt und vernetzt Bürgerstiftungen und Gründungsinitiativen zur Förderung demokratischer Kultur,
  • bezieht engagierte Künstler/-innen in die Aktivitäten gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung ein,
  • kümmert sich um die Opfer rechter Gewalt und auch um Aussteiger/-innen aus der rechtsextremen Szene,
  • betreibt die Onlineportale Netz gegen Nazis und no-nazi-net sowie die Fachstelle für Gender und Rechtsextremismus,
  • kooperiert mit überregionalen und regionalen Partnern aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung.

Welche Partner unterstützen Projekte der Amadeu Antonio Stiftung?

  • Freudenberg Stiftung, Weinheim
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
  • Bundesministerium der Justiz (BMJ)
  • Ford Foundation, New York
  • Magazin stern
  • Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) in Berlin, Essen, Hoyerswerda, Leipzig, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Osnabrück, Sachsen, Bundesarbeitsgemeinschaft der RAA
  • SAP, Walldorf
  • Zentrum Demokratische Kultur (ZDK), Berlin
  • Generali Zukunftsfonds
  • Unternehmen und Einzelpersonen, die projektbezogen spenden

Warum engagiert sich die Freudenberg Stiftung für die Amadeu Antonio Stiftung?

Mit der Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung leistet die Freudenberg Stiftung einen Beitrag zur Prävention von Rechtsextremismus in Schule und Gemeinde und tritt ein für eine langfristige Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft.

Kontakt
Amadeu Antonio Stiftung
Anetta Kahane
Timo Reinfrank
Novalisstraße 12
D-10115 Berlin
Tel. 0049-(0)30-24088610
Fax 0049-(0)30-24088622
info@amadeu-antonio-stiftung.de
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de

Change Story

*Wir wollten das Problem an der Wurzel packen!*
Als im August 2007 mehrere indische Textilverkäufer von einem rassistischen Mob durch die sächsische Kleinstadt Mügeln gehetzt und teilweise erheblich verletzt wurden, war für F. und T. Referendare am Schulzentrum Blumenthal in Bremen das Maß voll. Sie wollten gegen den zunehmenden Rassismus etwas tun, denn auch sie hatten problematische Einstellungen unter den Jugendlichen beobachtet. „Wir wollten das Problem an der Wurzel packen“. Was würde es bringen, wenn sich Schüler/innen mit Rassismus auseinandersetzten, gleichzeitig aber andere Formen der Diskriminierung nicht wahrnehmen? Z.B. Antisemitismus? Die Idee für ein neues Schulprojekt in Bremen war geboren.

Studien zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ belegen, dass gerade diejenigen Menschen anfällig für feindselige Mentalitäten sind, die selbst zu wenig Anerkennung erfahren. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Bekämpfung von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit heißt also Anerkennung und Menschenrechtsbildung.

Leider sucht man auf den deutschen Lehrplänen entsprechende Projekte bislang vergeblich. Umso wichtiger, dass Einzelne hier die Initiative ergreifen – so auch die TeilnehmerInnen der Politik-Grundkurse in Blumenthal. Die Jugendlichen entschieden sich für eine Ausstellung, die sie eigenständig konzipieren wollten. So interviewten sie beispielsweise Muslime und Juden, um mehr über deren Lebensumstände in Deutschland zu erfahren. Großes Interesse zeigten die Jugendlichen auch an Menschen, die sich gegen Rassismus engagieren. Im Laufe des Projektes entstand so nicht nur eine Ausstellung, sondern auch ein selbst gedrehter Film. Auch dem Thema Homosexualität mussten sich die Schüler/innen stellen – für viele vor Projektbeginn ein absolutes Tabuthema. Doch die Abwertung aufgrund der sexuellen Orientierung wollten die Kursleiter nicht übergehen. Jetzt können die Schüler/innen auch über Lesben und Schwule reden, ohne dabei rot zu werden.

Hat das Projekt dauerhaft etwas bewirkt bei den Jugendlichen? „Auf jeden Fall“, antwortet T. „Die gemeinsame Auseinandersetzung mit Diskriminierung hat sich positiv auf das Unterrichtsklima ausgewirkt.“ Die Schüler/innen hätten ein stärkeres politisches Bewusstsein und eine größere Sensibilität für die verschiedenen Formen der Diskriminierung entwickelt. Neben den Schülerinnen und Schülern hat sich auch die ganze Schule geändert. Es werden in ihrer Umgebung Probleme wahrgenommen, die vorher nicht gesehen wurden. Die AG „Politik-Geschichte“ hat mit Hilfe der Förderung aus dem Projektnetzwerk „Living Equality“ ein Stadtteilprojekt gegen Rassismus ins Leben gerufen. Jetzt gehen die Schülerinnen und Schüler des Oberstufenzentrums Bremen-Blumenthal in die Kindergärten der Umgebung und erzählen, diskutieren und lesen Geschichten zum Thema Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung vor und bringen ein selbst geschriebenes Theaterstück zum Thema auf die Bühne ihrer Schule. Die Anwohner sind herzlich eingeladen.