Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR)

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) geht auf eine Initiative der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung zurück. Er wurde 2008 gemeinsam von acht Stiftungen, darunter auch die Freudenberg Stiftung, gegründet.

Die Sachverständigen bei der Vorstellung des Jahresgutachtens 2016 (Foto: SVR/Michael Setzpfandt) Die Sachverständigen bei der Vorstellung des Jahresgutachtens 2016 (Foto: SVR/Michael Setzpfandt)

Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Beobachtungs-, Bewertungs- und Beratungsgremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht. Seine Aufgabe ist handlungsorientierte Politikberatung auf einer wissenschaftlichen Grundlage. Dem Sachverständigenrat gehören neun Wissenschaftler/-innen aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsrichtungen an. Die neun Sachverständigen werden von einer Findungskommission unter dem Vorsitz von Bundestagspräsidentin a.D. Frau Professorin Dr. Rita Süssmuth vorgeschlagen und von den Stiftungen berufen.

Was sind die Ziele?

Der Sachverständigenrat begleitet die Politik kritisch zu Fragen von Integration und Migration und gibt wissenschaftlich fundierte, handlungsorientierte Empfehlungen. Der SVR informiert die Öffentlichkeit sachlich und politisch unabhängig über gesellschaftliche und politische Entwicklungen und gibt so der integrations- und migrationspolitischen Debatte neue Impulse.

Was macht der Sachverständigenrat?

  • veröffentlicht jährlich ein Gutachten, jeweils abwechselnd zu einem spezifischen Integrations- und Migrationsthema,
  • betreibt handlungsorientierte Politikberatung und kritische Politikbegleitung im Bereich von Integrationsförderung und Zuwanderungssteuerung,
  • begleitet die Entwicklung und Einschätzung von Integration und Migration (Zu- und Abwanderung), auch im internationalen Vergleich.

Jahresgutachten 2010 – 2016

Für das Jahresgutachten wird abwechselnd ein Integrations- bzw. ein Migrationsbarometer erstellt, für das Menschen mit und ohne Migrationshintergrund nach ihren Einschätzungen zu Integration und Migration befragt werden. Das Integrationsbarometer misst das Integrationsklima in Deutschland. Hierfür ist ein Integrationsklima-Index entwickelt worden.

Jahresgutachten 2016

Der SVR hat in diesem Jahr sein 7. Jahresgutachten mit dem Titel “Viele Götter, ein Staat: Religiöse Vielfalt und Teilhabe im Einwanderungsland” vorgestellt. Darin untersucht der SVR die religiöse Vielfalt im Einwanderungsland Deutschland und die damit institutionell, politisch und rechtlich verbundenen Herausforderungen. Das Integrationsbarometer 2016 zeigt: Das Integrationsklima in Deutschland ist anhaltend stabil geblieben. Je häufiger soziale Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund bestehen, desto besser wird das Integrationsklima bewertet. Die Zugehörigkeit zur Gesellschaft wird weit weniger an exklusive Kriterien wie die Geburt in Deutschland, deutsche Vorfahren oder auch die Zugehörigkeit zur christlichen Glaubensgemeinschaft geknüpft. Als mit Abstand wichtigstes Kriterium für Zugehörigkeit wird die Teilhabe am Arbeitsmarkt gesehen. Zum Jahresgutachten 2016

Jahresgutachten 2015

Für das Jahresgutachten 2015 haben die Sachverständigen die Situation zu Migrations- und Integrationsfragen weltweit mit 12 Ländern verglichen, die in der öffentlichen Debatte – je nach Themenschwerpunkt – im Fokus stehen. Das Jahresgutachten zeigt: In einigen Bereichen ist Deutschland heute trotz des Rufs eines Nachzüglers längst Vorreiter. So etwa im Bereich des „Migrationsmanagements und der Integrationsförderung“. In der Frage von Flucht und Asyl raten die Sachverständigen zu einem Bündel an kurzfristigen und langfristigen Maßnahmen. Zum Jahresgutachten 2015

Jahresgutachten 2014

Im Jahresgutachten von 2014 „Deutschlands Wandel zum modernen Einwanderungsland “ analysiert der Sachverständigenrat die Entwicklung der deutschen Migrations- und Integrationspolitik der letzten fünf Jahre. Die Bilanz: In der Migrations- und Integrationspolitik sind klare Fortschritte erzielt worden. So habe in der Gesetzgebung ein „Wandel von einem restriktiven zu einem liberalen Einwanderungsland“ stattgefunden. Nach wie vor fehle jedoch eine „zuwanderungspolitische Gesamtstrategie“. Die Politik habe sich an zentrale flüchtlingspolitische Herausforderungen nicht herangewagt und auch im Bildungsbereich bestehe nach wie vor „enormer Handlungsbedarf“. Im dritten Integrationsbarometer wurden knapp 6.000 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu den Themen Integrationsklima, interkulturelle Öffnung, institutionelle Gleichstellung des Islam und religiöse Vielfalt befragt. Erfreulich ist, dass in Deutschland kein Integrationspessimismus vorherrscht – besorgniserregend sind die überwiegend negativen Einstellungen gegenüber Roma und die Weigerung, in Deutschland mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Zum Jahresgutachten 2014

Jahresgutachten 2013

„Erfolgsfall Europa? Folgen und Herausforderungen der EU-Freizügigkeit für Deutschland“. Jahresgutachten 2013 mit Migrationsbarometer. Schwerpunkt des vierten SVR-Gutachten ist die EU-Binnenemigration. Die Neuzuwanderer aus EU-Staaten sind gebildeter und jünger als ihr Ruf – der Anteil der Hochqualifizierten unter ihnen ist höher als in der Mehrheitsbevölkerung. Die regelmäßig geäußerte Sorge, dass die EU-Erweiterung vor allem zu einer Armutswanderung und einer Einwanderung in die deutschen Sozialsysteme führen würde, hat sich bisher als unberechtigt erwiesen. Das Migrationsbarometer 2013 zeigt gleichzeitig sowohl bei Menschen mit wie ohne Migrationshintergrund eine hohe Bereitschaft zu sozialer Solidarität mit Unionsbürgern, die in Deutschland arbeitslos werden. Zum Jahresgutachten 2013

Jahresgutachten 2012

„Integration im föderalen System: Bund, Länder und die Rolle der Kommunen. Jahresgutachten 2012 mit Integrationsbarometer“: Das Jahresgutachten untersucht, wie funktionstüchtig die integrationspolitische Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen ist. Im Mittelpunkt stehen die integrationspolitisch entscheidenden Bereiche Bildung, Arbeit und Wohnen. Der Sachverständigenrat analysiert Schwachstellen im föderalen Zusammenwirken und gibt Handlungsempfehlungen ab. Zum Jahresgutachten 2012

Jahresgutachten 2011

„Migrationsland 2011. Jahresgutachten 2011 mit Migrationsbarometer“: Das Jahresgutachten untersucht Migration und Migrationspolitik in Deutschland vor internationalem Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Zuwanderung Deutschland braucht, woher die Zuwanderer der Zukunft kommen und wie die Zuwanderungssteuerung gestaltet werden kann. Zudem werden die Möglichkeiten einer stärkeren Verknüpfung von Entwicklungs- und Migrationspolitik untersucht. Zum Jahresgutachten 2011

Jahresgutachten 2010

„Einwanderungsgesellschaft 2010. Jahresgutachten 2010 mit Integrationsbarometer“: Das erste Jahresgutachten des SVR ist eine Bestandsaufnahme der Integration in den zentralen Bereichen Schule und Bildung, berufliche Bildung, Erwerbstätigkeit, soziale Sicherung, politische Partizipation sowie Wohnen und Quartiere. Mit dem Jahresgutachten wurde erstmals das Integrationsbarometer vorgelegt. Die Kernbotschaft des Jahresgutachtens: Integration in Deutschland gelingt besser, als häufig angenommen wird. Eine große Herausforderung ist allerdings der Bildungsbereich. Hier gilt es, gleiche Bildungschancen für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund herzustellen. Zum Jahresgutachten 2010

Warum engagiert sich die Freudenberg Stiftung im Sachverständigenrat?

Die Freudenberg Stiftung hat sich an der Gründung des Sachverständigenrats beteiligt, da er eine Lücke mit Blick auf eine wissenschaftlich fundierte, politisch neutrale, auf Objektivität beruhende und multiperspektivische Urteilsbildung in den Bereichen Integration und Migration schließt. Darüber hinaus ist die Form der Stiftungskooperation modellhaft.

Kontakt

Dr. Cornelia Schu
Geschäftsführung
Neue Promenade 6
D-10178 Berlin
Tel. 030-2888659-0
Fax 030-2888659-11
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