ikubiz Ausbildungsverbund Mannheim - Migrantenunternehmen bilden aus

Früh hat das Interkulturelle Bildungszentrum (ikubiz) das wirtschaftliche Potential von Migrantenunternehmen erkannt: Bereits 1987 wurden Betriebe für die Ausbildung gewinnen. So sollten vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund mehr Chancen bekommen, ihre Kompetenzen einzubringen und einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Heute umfasst der Ausbildungsverbund mehr als 250 Betriebe und begleitet rund 300 Auszubildende in der Metropolregion Rhein-Neckar.

Was sind die Ziele des Ausbildungsverbundes?

Ziel ist es, Geschäftsinhaber/-innen mit Migrationshintergrund als Ausbilder/-innen zu gewinnen, sie zu qualifizieren und als wirtschaftliche Kraft in der Region anzuerkennen. Das Interkulturelle Bildungszentrum unterstützt und begleitet als Koordinierungsstelle sowohl die Unternehmen als auch die Auzubis während der Ausbildungszeit.

Was macht der Ausbildungsverbund?

Das Verbundnetzwerk kümmert sich um die Mobilisierung und den Erfahrungsaustausch der Partner und setzt sich für Ausbildungsqualität ein. Damit unterstützt der ikubiz Ausbildungsverbund die Fachkräfteentwicklung in der Region.

Angebote für Betriebe:

  • unterstützt bei der Einrichtung eines Ausbildungsplatzes,
  • begleitet beim Einstellungsverfahren,
  • entwickelt betriebliche Ausbildungskonzepte,
  • organisiert Ausbilderkursen in Kooperation mit IHK und HWK,
  • berät in allen Fragen rund um Ausbildung.

Angebote für Auszubildende:

  • unterstützt bei der Berufsorientierung und der Bewerbung,
  • vermittelt Praktika, Ausbildungsbetriebe und berät während der Ausbildungszeit.

Wer finanziert den Ausbildungsverbund?

  • Stadt Mannheim
  • Stadt Heidelberg
  • Freudenberg Stiftung, Weinheim

Welche Partner unterstützen Projekte des Ausbildungsverbunds?

  • Ausbildungsbetriebe
  • Industrie- und Handelskammer Rhein Neckar und Pfalz
  • Agentur für Arbeit Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen
  • Handwerkskammer Rhein Neckar Odenwald
  • Allgemeinbildende und Berufliche Schulen
  • Träger der Jugendberufshilfe, Jugendsozialarbeit und Jugendhilfe
    in der Metropolregion Rhein Neckar
  • KAUSA: Koordinierungsstelle-Ausbildung in ausländischen Unternehmen
  • ifm Institut für Mittelstandsforschung an der Universität Mannheim

Warum engagiert sich die Freudenberg Stiftung für den Ausbildungsverbund Mannheim?

Der Mannheimer Ausbildungsverbund ist hervorgegangen aus dem Modellprojekt „Ausländische Selbständige bilden aus“. Er hat sich als erfolgreiches Netzwerk von Migrantenunternehmen, Kammern, Schulen, der Agentur für Arbeit und der Kommune etabliert. Der Ansatz gilt bundesweit als erfolgversprechender Weg, die noch unterdurchschnittliche Ausbildungsbereitschaft und –fähigkeit von Migrantenunternehmen zu erhöhen.

Kontakt

Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim gGmbH
Ausbildungsverbund
Monika Münch
G 2, 3-4
D-68159 Mannheim
Telefon: 0049(0)621-1567296
Telefax: 0049(0)621-12479104
monika.muench@ikubiz.de
www.ikubiz.de

Change Story

„Zurück zum Anfang!“
Als ich im August 1996 als 15-Jährige mit meinen Eltern von Griechenland nach Ludwigshafen kam, besuchte ich hier die letzten zwei Jahre des griechischen Lyzeums. Vom Fach Deutsch war ich aufgrund der fehlenden Vorkenntnisse befreit. Ich schloss diese Schule mit Bestehen des griechischen Abiturs ab. Danach besuchte ich an der Abendakademie Mannheim die 9. Klasse der Abendhauptschule, um die deutsche Sprache zu lernen. Mittlerweile war ich 18 Jahre alt und war auf der Suche nach einem Beruf. Ich hatte keine Kenntnisse über das Berufsausbildungssystem in Deutschland, hatte wenig Ahnung über die verschiedenen Berufe und wusste nicht wie und wo ich mich bewerben sollte.Beim Gang durch Mannheims Quadrate entdeckte ich – zunächst eher zufällig – das ikubiz (Interkulturelles Bildungszentrum Mannheim). An den Schaufenstern der Beratungsstelle fiel mir ein griechischer Name auf. Dort könnten sie mir vielleicht helfen, so hoffte ich. Also ging ich hinein und wurde direkt an den Ausbildungsverbund verwiesen. Obwohl sich meine Hoffnung von einer Beratung in griechischer Sprache nicht erfüllte, ging ich zwei Stunden später zufrieden nach Hause. Das ikubiz informierte mich über das duale Berufsausbildungssystem und zeigte mir die Möglichkeit einer Ausbildung zur Bürokauffrau auf.

Beim nächsten Besuch erstellten wir gemeinsam eine Bewerbungsmappe und außerdem wurden mir Adressen von Betrieben genannt, die Auszubildende für den Bürobereich suchten. Zufällig suchte auch eine griechische Firma eine Auszubildende und ich wurde dorthin empfohlen. Zwei Wochen später hatte ich einen Ausbildungsvertrag als Bürokauffrau bei der Firma DEMA, Nutzfahrzeughandel, in der Tasche. Während der Ausbildung – unter den Fittichen des ikubiz- Ausbildungsverbundes – erhielt ich wöchentlichen Fachunterricht, erfuhr Unterstützung bei der Berichtsheftführung und Prüfungsvorbereitung und nahm an Seminaren teil. Diese Begleitung war sehr wichtig und hilfreich für mich und so konnte ich nach drei Jahren die Ausbildung erfolgreich abschließen. Mittlerweile hatte sich auch mein Deutsch stark verbessert.

Aus privaten Gründen ging ich dann nach Frankfurt und habe dort als Bürokauffrau in einer internationalen Lkw-Niederlassung gearbeitet. Nach vier Jahren kehrte ich zurück nach Mannheim und mir wurde von meinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb eine gute Stelle angeboten. Das ikubiz hat mich nicht nur während der Ausbildung unterstützt, sondern ermöglichte mir Weiterbildungs- maßnahmen. Ich besuchte den Ausbilderkurs des ikubiz und legte im Frühjahr 2007 die Ausbildereignungsprüfung bei der IHK Rhein-Neckar ab. Danach habe ich einen Lexware–Buchhaltungskurs besucht und erfolgreich abgeschlossen.Im Februar 2009 habe ich einen neuen Arbeitsplatz beim ikubiz Ausbildungsverbund gefunden. Da ich die Arbeit vom ikubiz sehr schätze, will ich die Hilfe, die ich selbst bekommen habe, an andere Jugendliche weitergeben.