Weinheimer Gespräche: Gleichwertigkeit in Zeiten der Krise: demokratische Kultur im lokalen Raum stärken

Die 7. Weinheimer Gespräche zwischen Journalisten, Politikern, Projektberatern und machern und dem Wissenschaftsprojekt „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ (GMF) waren zwei Themen gewidmet. Einerseits ging es um die schwierige Frage, wie sich die Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Mentalitäten gegenüber Minderheiten und schwachen sozialen Gruppen auswirken. Erhöht die Krise die Menschenfeindlichkeit? „Jain“, war natürlich die Antwort.

Viel wichtiger als einfache Antworten war der intensive Austausch darüber, wann Krisen Vorurteile befördern. Das ist nach Daten des GMF-Projektes z.B. dann der Fall, wenn die Krise mit der Aufkündigung von Gleichwertigkeit von Gruppen einhergeht. Das ist auch dann der Fall, wenn Menschen die Partizipation an demokratischen Grundprinzipien und in Institutionen fehlt oder verwehrt wird. Der zweite Schwerpunkt konzentrierte sich auf den lokalen Raum und dem Umgang mit der Situation in den Städten, den Projekten gegen Rechtsextremismus und der problematischen Situation in den lokalen Medien. Wirtschafts- und Finanzkrisen haben schließlich massive Effekte auf die Menschenfeindlichkeit in den Räumen. In der Diskussion mit dem Obergürgermeister von Pirmasens, Herrn Dr. Matheis, und Dr. Stefan Mülhofer von der Stadt Dortmund wurde sehr deutlich, wie pragmatische kleine Projekte zur Förderung von Toleranz auch in Zeiten knapper Finanzen notwendig sind.

Ein dritter Schwerpunkt der Analyse und Diskussion schlich sich klammheimlich in die Gespräche. Es waren viele Kulturschaffende gekommen und so wurde immer wieder die Bedeutung von Kulturprojekten zur Förderung von Toleranz und einer starken Norm gegen die Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hervorgehoben und anschaulich gemacht. Sei es durch eine Lesung des Autors Bastian Wierzioch, oder durch die Vorstellung von Theaterprojekten durch Benno Plaßmann.

http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/wie-funktioniert-projektarbeit-gegen-menschenfeindlichkeit-rechtsextremismus-rassismus-neues-wir-7765