Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie 2011

Verleihung des Sächsischen Förderpreises für Demokratie 2011

Der mit insgesamt 18.000 Euro dotierte Sächsische Förderpreis für Demokratie wurde am 9. November 2011 im Deutschen Hygiene Museum in Dresden von Vertreterinnen und Vertreter der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung und der Sebastian Cobler Stiftung verleihen. Die beiden Hauptpreise in Höhe von je 5.000 Euro wurden an “Augen auf e.V.” und an das “Bunte Bürgerforum für Demokratie Limbach-Oberfrohna” überreicht. Acht weitere Initiativen wurden mit Anerkennungspreisen in Höhe von je 1.000 Euro ausgezeichnet.

Die Wahl des Oberlausitzer Vereins “Augen auf e.V.” begründete die Jury mit der langjährigen und vielfältigen Arbeit im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, die aus einem äußerst breiten Angebot an interkulturellen und länderübergreifenden Veranstaltungen für Demokratie und gegen Rassismus sowie Rechtsextremismus in der Region Oberlausitz/Neiße besteht. Wichtigste Zielgruppe sind wegen der hohen Abwanderungsrate in erster Linie die in der Region verbliebenen jungen Menschen.

Die Jury zeichnete zudem die Initiative “Buntes Bürgerforum für Demokratie Limbach-Oberfrohna” für ihr vorbildliches Engagement in einer durch eine starke und außerordentlich gewaltbereite rechtsextreme Szene geprägten Region aus. Das Bunte Bürgerforum hat das Ziel, „eine bunte und engagierte Bürgergesellschaft zu fördern, die ihre demokratischen Rechte und Pflichten wahrnimmt und auf diese Weise den örtlichen Jugendlichen als Vorbild dient.“

Die acht weiteren Initiativen, die mit einem Anerkennungspreis gewürdigt wurden, sind: AG Asylsuchende Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Pirna; AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus, Dresden; Bündnis für Demokratie und Toleranz der Zwickauer Region; chronik.LE, Leipzig; Firma Klausels, Löbau; Initiative “Bunter Schall als Widerhall”, Vierkirchen; RAA Hoyerswerda/Ostsachsen e.V.; InitiatorInnenkreis des Riesaer Appells.

Die zehn Preisträger wurden aus 67 Bewerbungen von einer Jury ausgewählt, in der folgende Personen mitwirkten: Dr. Dorothee Freudenberg, Anetta Kahane, Sebastian Krumbiegel, Rupert von Plottnitz, Wolfgang Tiefensee, Bastian Wierzioch und Professor Dr. Andreas Zick.

Der Bielefelder Vorurteilsforscher Professor Dr. Andreas Zick würdigte in seiner Laudatio zum Förderpreis das vielfältige Engagement der sächsischen Initiativen für Demokratie: “Menschen in Sachsen haben wie auch anderswo in Europa mehr Vorurteile, wenn sie Regelkonformität gepaart mit Law&Order-Wünschen, Rufen nach einem starken Staat und Traditionalismus pflegen. Die nominierten Initiativen setzen dagegen vorbildlich auf eine positive Einstellung zur Vielfalt der Meinungen und Kulturen, die vor abwertenden Vorurteilen schützt und eine positive Haltung zu demokratischer Beteiligung ermöglicht.”

Zum ersten Mal fand die diesjährige Verleihung des Sächsischen Förderpreises zum Bedauern der zivilgesellschaftlichen Akteure ohne die Beteiligung der Sächsischen Landesregierung statt. Die Rolle und Verantwortung von „Staat und Zivilgesellschaft“ wurde vor dem Abend der Preisverleihung im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion diskutiert.