Weinheimer Gespräche "Menschenfeindlichkeit von Oben"

Weinheimer Gespräche “Menschenfeindlichkeit von Oben”

Die Weinheimer Gespräche 2011 fanden unter dem Thema „Menschenfeindlichkeit von oben“ am 20. – 21. Oktober 2011 im Weinheimer Hermannshof statt.

Hintergrund für das diesjährige Thema bildeten die Untersuchungsergebnisse der Langzeitstudie zur „Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ (GMF) des Wissenschaftsteams um Professor Wilhelm Heitmeyer, Professor Andreas Zick und Dr. Beate Küpper, die einen besorgniserregenden Anstieg von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in einem gut situierten Milieu (Höherverdienende, gut Gebildete, Eliten) feststellten, das eigentlich wichtiger Träger der Demokratie in der Gesellschaft sein soll.

Gemeinsam mit bundesweit eingeladenen Fachleuten aus Politik, Verwaltung, Medien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft richtete sich der Blick in diesem Jahr insbesondere auf die Entwicklungen im bürgerlichen Milieu und die daraus resultierenden Herausforderungen für die politische Bildung.

In verschiedenen Diskussionsforen wurde über die systematischen Zusammenhänge von zunehmender Entsolidarisierung und Entkopplung des bürgerlichen Milieus aus der Gesellschaft diskutiert und über Möglichkeiten struktureller und praktischer Interventionen für den Erhalt des sozialen Zusammenhalts nachgedacht.

Dabei wurde entlang der Fragestellungen, welche Verantwortung insbesondere Höherverdienende und Eliten, Politik und Medien für die Stabilisierung der demokratischen Kultur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt tragen und welche Rolle dabei Bildung für eine demokratische Verantwortungsübernahme spielt, miteinander diskutiert.

Neben Erfahrungsberichten aus der Demokratiearbeit vor Ort, wurde auch anhand der beiden Schlüsselaktivitäten der Freudenberg Stiftung, „Lernen durch Engagement“ und „Ein Quadratkilometer Bildung“, skizziert, wie Kindern und Jugendlichen Gleichwertigkeitserfahrungen vermittelt werden können.

An den Weinheimer Gesprächen waren insgesamt ca. 60 TeilnehmerInnen beteiligt, darunter PraktikerInnen aus unterschiedlichen Bereichen der Politik, der politischen Bildung, Journalistik, Lokalinitiativen und WissenschaftlerInnen.

Seit 2004 laden Freudenberg Stiftung und Möllgard Stiftung zusammen mit dem Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld (IKG) jährlich Fachleute aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, aus Verwaltung, Politik, Medien und Wissenschaft ein, um Konsequenzen aus den empirischen Analysen zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, die das IKG seit 2002 jährlich durchführt.