25 Jahre CIVIS Medienpreis

Am 9. Mai 2012 wurde der 25. CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa an sieben europäische Radio- und Fernsehprogramme im Rahmen einer festlichen TV Gala im Europäischen Parlament in Brüssel verliehen. Produktionen des SRF (Schweiz), VPRO (Niederlande), Deutschlandradio, WDR SWR, ZDF sowie die „Nederlandse Film en Televisie Academie“ erhielten in diesem Jahr die mit jeweils 5.000 € begehrte Auszeichnung. Bereits im April wurde mit dem European CIVIS Online Media Prize das multilinguale Pariser Onlinemagazin www.cafebabel.com prämiert.

Der gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft der Landesrundfunkanstalten in Deutschland (ARD), vertreten durch den Westdeutschen Rundfunk (WDR), und der Freudenberg Stiftung ausgeschriebene CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt in Europa zeichnet jährlich Beiträge aus, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster nationaler, ethnischer, religiöser oder kultureller Herkunft fördern. In diesem Jahr reichten insgesamt 631 Programme aus 25 EU-Staaten und der Schweiz ihre Beiträge ein. Eine international besetzte Jury unabhängiger Medienexperten wählte insgesamt 21 Beiträge in die Endausscheidung.

In 25 Jahren ist der Civis zu Europas bedeutendstem Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt geworden. Es ist gelungen, Journalistinnen und Journalisten in Fernsehen, Radio und seit 2010 im Internet jährlich für herausragende Programmleistungen auszuzeichnen, die für die Themen kulturelle Vielfalt und Bekämpfung von Diskriminierung sensibilisieren. Gerade der Online-Preis wird aufgrund der steigenden Bedeutung der Information und Mobilisierung im Netz immer bedeutsamer. In den Sendern selbst ist durch Civis eine verstärkte Aufmerksamkeit dafür entstanden, dass kulturelle Vielfalt sowie ihre Gefährdungen sicht- und hörbarer werden müssen. Die Civis-Preise werden inzwischen von den Sendern sehr viel wichtiger genommen und wirken als Spiegel oder gelegentlich als Stachel für die eigene Weiterentwicklung. Dabei zeigen die Programmbeiträge als dokumentarische Wirklichkeitsporträts oder als künstlerische Geschichten seismografisch neue Entwicklungen an. Oder bieten eine Reflexion herausfordernder gesellschaftlicher Fragen wie die der Integration der Roma oder des Rechtspopulismus in Europa.

Mit dem deutschen Civis-Fernsehpreis wurde in diesem Jahr die Komödie „Salami Aleikum“ ausgezeichnet. In der Geschichte verliebt sich ein kleiner Perser in die älteste Tochter eines ostdeutschen Dorfwirts. Jury-Urteil: Eine groteske Komödie, die lustvoll mit kulturellen Stereotypen spielt. Der Europäische Civis-Radiopreis im Bereich kurze Programme erhielt die Reportage “Einen Sommer lang – Sommercamp für Roma-Kinder in Berlin”. Durch die Zusammenarbeit in den Jurys und die im Laufe der letzten 25 Jahre ausgezeichneten Journalistinnen und Journalisten ist für die Freudenberg Stiftung ein breites Mediennetzwerk entstanden. Für die Journalistinnen und Journalisten ist Civis wiederum zu einer gesellschaftspolitischen Heimat geworden, da sie nicht selten mit ihren Programmbeiträgen zunächst anecken. Die Jubiläumsveranstaltung im europäischen Parlament mit einer Würdigung des EU-Parlamentspräsidenten und einer erstmaligen Grußbotschaft der deutschen Kanzlerin machen deutlich, dass der Civis-Preis nicht nur medienpolitisch angekommen ist.

Informationen zu den Preisträgern und der Preisverleihung finden Sie unter www.civismedia.eu