Jahreskonferenz der "Weinheimer Initiative"

Jahreskonferenz der “Weinheimer Initiative”

Am 1. und 2. Februar 2012 fand in der schleswig-holsteinischen Hauptstadt Kiel die Jahreskonferenz der „Weinheimer Initiative“ statt. Die Landeshauptstadt Kiel ist im letzten Jahr als neues Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ beigetreten.

Die beiden Sprecher der Weinheimer Initiative, der Oberbürgermeister der Stadt Weinheim, Heiner Bernhard, sowie Stefan Skora, Bürgermeister der Stadt Hoyerswerda, eröffneten das 5. Jahresforum mit dem Schwerpunktthema „Fachkräftesicherung und Kommunale Koordinierung des Berufseinstiegs“ (siehe Programm). In einer Grußrede vor 170 anwesenden Experten aus Bildung, Politik, Verwaltung und Wirtschaft, betonten der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel, Torsten Albig, wie auch der schleswig-holsteinische Arbeitsminister Dr. Heiner Garg, die Bedeutung einer lokal guten Gestaltung von Berufseinstiegen für eine nachhaltige Fachkräftesicherung.

Vor dem Hintergrund, dass die Quote der jungen Menschen, die nach der Schule keinen Anschluss ins Berufsleben finden, weiterhin bei über 20 Prozent liegt und jeder vierte Betrieb im letzten Jahr seine Ausbildungsplätze nicht komplett besetzen konnte, müsse es darum gehen, bildungs- und sozialpolitische Ansätze mit wirtschaftspolitischen Aspekten zu verbinden.

Torsten Albig plädierte in seiner Ansprache, die Sichtweise auf die jungen Menschen stärker auf das zu fokussieren, was sie können und sie dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Diese Sichtweise deckt sich mit der Auffassung des Koordinators der Weinheimer Initiative, Dr. Wilfried Kruse, der das Ankommen in der Arbeitswelt als ein ganz entscheidendes Thema aus Sicht der Kommunen betrachtet. Neben dem Thema der „Ausbildungsreife“ von Jugendlichen ging es auf der Jahrestagung auch um die Frage nach der „Ausbildungsreife“ von Schulen und Betrieben, angefangen mit einer stärkeren Berufsorientierung in der Schule, einer besseren Ausbildungsqualität in Betrieben bis hin zu einem verbesserten Übergangsmanagement zwischen Schule und Arbeitswelt. Dazu gehören auch verbesserte Kooperationswege zwischen Schulen, Betrieben, Kammern, Gewerkschaften, Berufsschulen und der Agentur für Arbeit. Das bisherige Motto der Weinheimer Initiative, „kein Jugendlicher und keine Jugendliche soll verloren gehen“ wird erweitert im Sinne von „Jede/r wird gebraucht.“

Aus der Kieler Konferenz geht eine „Kieler Erklärung“ als Botschaft für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft hervor.

Die Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Städten und Landkreisen, die sich für die Gestaltung gelingender Übergange für alle jungen Menschen von der Schule in die Arbeitswelt einsetzt und dies in lokalen Verantwortungsgemeinschaften umsetzt. Die Arbeitsgemeinschaft „Weinheimer Initiative“ ging aus dem Kreis der Unterzeichnerinnen der Weinheimer Erklärung 2007 hervor, die mit Unterstützung der Freudenberg Stiftung und unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft, von Kommunen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, engagierten Einzelpersonen, Stiftungen und Verbänden erarbeitet wurde.