Roundtable zum Programm "Lernen durch Engagement" (LdE)

„Lernen durch Engagement (LdE) als Chance für eine demokratische Schulentwicklung und das Potenzial von LdE als Landesstrategie.“ Unter diesem Titel luden die Freudenberg Stiftung und das Kultusministerium Baden-Württemberg am 28.11.2012 Vertreter/innen der Bildungspolitik aus Baden-Württemberg, Bayern und Thüringen sowie Vertreter/innen von Schulen, Stiftungen und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren nach Stuttgart ein. Das Roundtable-Gespräch im Kultusministerium Stuttgart hatte das Ziel, Impulse und Handlungsempfehlungen zu geben, wie die Lehr- und Lernform Lernen durch Engagement (Service-Learning), die gesellschaftliches Engagement von Schüler/innen mit fachlichem Lernen verbindet, eine demokratische Schulentwicklung anstoßen kann. Zudem wurde diskutiert, welche Maßnahmen die Länder ergreifen können, um Lernen durch Engagement zu unterstützen und landesweit zu implementieren.

“Kinder und Jugendliche müssen schon in der Schule verlässliche Demokratieerfahrungen sammeln, damit sie sich später als kritische, selbstbewusste und engagierte Bürgerinnen und Bürger mit Leidenschaft für unser Gemeinwesen einsetzen und sich damit identifizieren”, sagte Kultusministerin Warminski-Leitheußer, die die Teilnehmenden des Roundtables begrüßte, zu Service-Learning. Baden-Württemberg fördert in Kooperation mit der Freudenberg Stiftung seit ca. 10 Jahren Lernen durch Engagement, so die Ministerin weiter, da „Demokratiepädagogik einen nachhaltigen Beitrag für die Schulentwicklung und für eine demokratische Schulkultur liefern kann. Dr. Pia Gerber, Geschäftsführerin der Freudenberg Stiftung, ergänzte: „Durch Service-Learning können Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund Erfahrungen sammeln, die ihre Empathie, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihr Engagement stärken.“

Nach einem Fachinput von Professorin Dr. Anne Sliwka (Pädagogische Hochschule Heidelberg) zum wissenschaftlichen Hintergrund von Service-Learning stellten drei Schulen aus dem bundesweiten Netzwerk Service-Learning – Lernen durch Engagement vor, wie die Lehr- und Lernform demokratische Prozesse in Unterricht, Schulkultur und Gemeinde beflügelt hat. Olaf Ebert, Geschäftsführer der Freiwilligen-Agentur Halle/S. e. V., die im Auftrag des Kultusministerium Sachsen-Anhalt Service-Learning verbreitet, stellte den Zuhörer/innen die Entwicklung von LdE in Sachsen-Anhalt sowie die konkreten Maßnahmen des Landes zur Implementierung einer Länderstrategie vor.

Was auch andere Bundesländer zur Verbreitung von LdE beitragen können, ergab sich auch aus der anschließenden Diskussion. Die Bandbreite reicht von der Förderung externer Unterstützungsstrukturen zur Beratung und Begleitung der Schulen, die mit LdE arbeiten („Schulbegleitung“), über die Verankerung von Service-Learning als empfohlene Methode in den Lehr- und Bildungsplänen und in der Lehreraus- und Weiterbildung bis zur die Aufnahme der Lehr- und Lernform in den Kriterienkatalog für Schulqualität.

Der “Roundtable” ist Teil der Initiative “DemokratieErleben”, einem Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, das unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Joachim Gauck steht und von der Kultusministerkonferenz unterstützt wird. Zu den Initiatoren des Bündnisses gehört auch die Freudenberg Stiftung. Ziel des Bündnisses ist es, junge Menschen zu mehr Verantwortung und Mitwirkung in der Demokratie zu motivieren und die Vielfalt demokratischer Beteiligungsmöglichkeiten zu zeigen. Mehr zum Bündnis DemokratieErleben unter http://www.demokratieerleben.de/.

Die Freudenberg Stiftung setzt sich seit zehn Jahren für die Entwicklung und Verbreitung von Lernen durch Engagement in Deutschland ein und fördert auch das bundesweite Netzwerk Service-Learning – Lernen durch Engagement. Weitere Informationen zu Service-Learning und dem bundesweiten Netzwerk finden Sie unter www.servicelearning.de.

Pressemitteilung Roundtable LdE, 28.11.2012