Interkulturelle Bildung in der Schule – Tagung der Kultusministerkonferenz

Unter Beteiligung der Freudenberg Stiftung, der Hildegard-Lagrenne-Stiftung und weiterer bildungspolitisch aktiver Stiftungen veranstaltete die Kultusministerkonferenz (KMK) am 28. Mai 2014 die Tagung „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“ in Berlin. Unter gleichnamigen Titel hatte die KMK im Dezember 2013 eine Empfehlung beschlossen, die interkulturelle Öffnung und Abbau von Diskriminierung im Bildungssystem als besondere Herausforderungen formuliert. Welche Strukturen braucht Schule, um diesen Herausforderungen zu begegnen und wie können die Empfehlungen schließlich in Handlung übersetzt werden?

Das Schlüsselprogramm der Freudenberg Stiftung Ein Quadratkilometer Bildung sucht Antworten auf diese Fragen. In mehreren Workshops stellte Sascha Wenzel die Ansätze des Programms vor und diskutierte mit Fachleuten aus Städten, Kommunen und Zivilgesellschaft. Ein Quadratkilometer Bildung konzentriert sich auf ein kleinräumiges Entwicklungsgebiet, ein Quartier bzw. einen Stadtteil. Hier weiß man, woher die Kinder kommen und wohin sie nach der Grundschule gehen. Ausgangspunkt des Programms ist daher eine Grundschule, an der die Schüler/-innen meist zu einem Großteil von staatlichen Transferleistungen leben. In Berlin ist mittlerweile jede vierte Schule eine sogenannte Brennpunktschule, das sind rund 200 Schulen in der Hauptstadt. Aber auch andernorts ist die Lage vergleichbar. An mittlerweile sieben Standorten engagiert sich die Freudenberg Stiftung langfristig im Rahmen des Ein Quadratkilometer Bildung – im städtischen und ländlichen Raum.

Häufig steht die Kurzfristigkeit von Projekten im Gegensatz zur Komplexität, der eine potenzialfördernde Interkulturelle Bildung gegenüber steht. Das Programm der Freudenberg Stiftung ist daher auf eine Laufzeit von zehn Jahren angelegt. Eine Zeit, in der pädagogische Fachkräfte aus Kita, Schule und Zivilgesellschaft gemeinsame Handlungsansätze je nach lokaler Bedarfslage ausarbeiten und erproben – mit dem Ziel, mindestens eine durchgängige Lernform zu entwickeln, die Kinder und Eltern im Übergang von der Kita in die Grundschule bis hin zur weiterführenden Schule wiedererkennen. Hierzu gibt es ein freies Entwicklungsbudget, das flexibel nach Analyse der Bedarfe eingesetzt werden kann. Die gemeinsame Entwicklungsarbeit wird begleitet und moderiert durch eine Pädagogische Werkstatt in Person eines Kümmerers/einer Kümmererin als fester Bestandteil und Vertrauensperson im Programm.

Auch die Hildegard-Lagrenne-Stiftung für Bildung, Inklusion und Teilhabe von Sinti und Roma war in einem Fachforum vertreten. Sie wurde im Oktober 2012 von Angehörigen der Minderheit gegründet und ist damit im Bundesgebiet die erste ihrer Art. Ihr Einsatz gilt der generationenübergreifenden und nachhaltigen Bildungsförderung sowie der Bekämpfung des Antiziganismus. Wie dieser in der Bildungsarbeit methodisch aufgearbeitet werden kann, war Thema des Workshops. Die Freudenberg Stiftung begleitet die Hildegard-Lagrenne-Stiftung seit ihrer Gründung.

Zu den Empfehlungen der KMK