Neue Deutsche Organisationen stellen Forderungen an Einwanderungsland

Unter dem Titel „Deutschland – neu denken. 1. Bundeskongress der Neuen Deutschen Organisationen“ trafen sich am Wochenende erstmals rund 80 Organisationen und Initiativen aus ganz Deutschland. Darunter auch die RAA Berlin und ihr Projekt JUMA Jung Muslimisch Aktiv. Sie lernten sich kennen, diskutierten und glichen ihre Ziele ab. Das Ergebnis: 13 Forderungen, die einige VertreterInnen der Initiativen am Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellten.

Warum „Neue Deutsche Organisationen“? Ferda Ataman vom Verein Neue deutsche Medienmacher (NdM) und Leiterin des Mediendienstes Integration (MDI) erklärt: „Es gibt immer mehr Initiativen, die klarstellen wollen, dass Deutschsein mehr ist, als deutsche Vorfahren zu haben“. Zwar knüpfen die Neuen Deutschen Organisationen an die jahrzehntelange Arbeit von Migrantenselbstorganisationen und Ausländerbeiräten an, doch sie unterscheiden sich in zwei Punkten: Sie unterstreichen ihre „Zugehörigkeit zur Gesellschaft bereits im Namen und definieren sich nicht mehr ethnisch“.

Die Neuen Deutschen Organisationen fordern u.a. ein Bekenntnis dazu, nicht nur Einwanderungsland, sondern auch Einwanderungsgesellschaft zu sein. Der Weg dahin erfordert einen Dialog über „Deutschsein“. Immer wieder stehe die Religion im Mittelpunkt solcher Debatten. Leila Younes El-Amaire von JUMA stellt klar: „Egal ob man findet, der Islam gehört zu Deutschland oder nicht – Fakt ist: Die Religionsfreiheit gehört zu Deutschland und damit das Recht der Muslime und aller Religionsgruppen, ihren Glauben zu leben“.

Von den Medien erwarten die Neuen Deutschen Organisationen, die Vielfalt an Perspektiven und Lebenswelten im Land abzubilden. Öffentliche Debatten und Talkshows zum Thema Einwanderungsland dürften nicht ohne Neue Deutsche und People of Color stattfinden. Die Forderung nach Anerkennung und Teilhabe erstreckt sich auch auf den Bildungsbereich, in dem viele der teilnehmenden Initiativen am Kongress aktiv sind. Zu einer modernen Einwanderungsgesellschaft gehöre ein reformiertes Bildungssystem. Im Unterricht müsse z.B. die Geschichte des Einwanderungslands Deutschland präsenter werden und Lehrpläne auf die Alltagsprobleme im Zusammenleben eingehen.

Die Freudenberg Stiftung ist langjährige Partnerin der RAA Berlin (Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie e.V.), die mit dem Projekt JUMA u.a. eine öffentliche Plattform für muslimische Jugendliche schafft. Seit 1991 begleitet die RAA Schulentwicklungsprozesse und kommunale Entwicklungen, berät Kita- und Schulpersonal sowie Eltern und führt Fortbildungen durch. Den Mediendienst Integration unterstützt die Stiftung seit seiner Gründung 2012. Der Mediendienst ist eine Informationsplattform für Medienschaffende zu den Themen Integration, Flucht, Asyl und Migration. Er liefert Zahlen und Fakten, vermittelt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Interviewpartner und nimmt mit eigenen Berichten Themen auf, die in den Leitmedien zu kurz kommen.

Zu den Forderungen der Neuen Deutschen Organisationen HIER