Premiere mobiles Kinderstück: Ente, Tod und Tulpe

Der Tod ist von Anfang an da. Und jedem Anfang wohnt das Ende inne. Auch für Kinder. Da ist der vertraut gewordene Hamster, der plötzlich gestorben ist, der kleine tote Vogel, der aus dem Nest gefallen, oder gar einer der liebsten Menschen, der endgültig aus dem eigenen Leben verschwunden ist.

Auch am Leben der Ente in der Inszenierung von Annette Dorothea Weber und Catherine Guerin freut sich das Premierenpublikum aus dem Kinderhaus Neckarstadt-West. Die Kinder nehmen Anteil an der Geburt der Ente, ihrer rhythmischen Entdeckung des eigenen Körpers und der Welt um sie herum. Die besteht aus einem imaginären Teich mit Steg und Gräsern, in einem zugleich sparsamen wie ausdrucksstarken Bühnenbild von Julia Schiller. Die Ente tanzt sich fröhlich ins Leben zu Klängen von Mike Rausch. Und bemerkt gar nicht, wie der elegante Tod schon immer in ihrer Nähe steht, sitzt, tanzt oder schläft. Nur für den Fall, dass es Zeit ist.

Endlich begegnen sie sich. Und sie scheinen sich zu mögen, das ungleiche Paar. Sie klettern zusammen auf Bäume, wärmen sich bei Kälte und behalten sich im Auge. Bis die Ente immer müder wird. Und schließlich stirbt. Das tut dem Tod fast leid. Tröstlich ist die Tulpe, die die Ente auf ihrer letzten Reise begleitet. Der Tod bleibt zurück und hält eine neue Tulpe bereit, für den nächsten Fall. Warte nur, warte nur, bald ruhest du auch – seltsam tröstlich klingt auch das fast gehauchte Lied. Eine berührende Premiere mit viel Leichtigkeit in der Schwere. Bravo.

Ente, Tod und Tulpe ist ein mobiles Kinderstück für Kindertagesstätten und Grundschulen in der Neckarstadt-West. Das mobile Kindertheater wurde mithilfe der BT Spickschen Stiftung aufgebaut. Es ist Teil des COMMUNITYartCENTERmannheim.

Weitere Informationen zum Stück HIER.

Fotos: COMMUNITYartCENTERmannheim – Jessica Uhrig