Sächsischer Förderpreis für Demokratie verliehen

Zeitgleich mit einer Pegida-Demo kurz nach deren einjährigem Jahrestag wurden in Dresden sechs sächsische Initiativen und ein Bürgermeister für ihr herausragendes Engagement für Demokratie und gegen Rechtsextremismus ausgezeichnet. Die feierliche Preisverleihung fand mit 160 Gästen und unter großem Medieninteresse im Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe statt. Gastgeber, Prof. Dr. Liu Hao Tjeng, würdigte die “mutigen und tapferen Menschen”, die sich einsetzen für Demokratie und ein respektvolles Miteinander in seiner Stadt und dem Bundesland, in dem er und seine Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt leben und forschen.

Den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis überreichten Vertreterinnen und Vertreter der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung und der Stiftung Elemente der Begeisterung an die Bürgerinitiative “Gesicht zeigen – Netzwerk für demokratisches Handeln“ aus Penig und Lunzenau. Die Bürgerinitiative reagiert auf eine Reihe von rechtsextremen Übergriffen in der Umgebung und setzt dabei auf Partnerschaften mit Gemeinwesen und Politik. Die Jury hob den persönlichen Einsatz des Bündnisses hervor: “Es stemmt über Jahre ein beeindruckendes inhaltliches Programm, das bisher vor allem aus privaten Aufwendungen der Mitglieder finanziert wird.”

Mit je einem Anerkennungspreis in Höhe von je 1.000 Euro wurden gewürdigt:
• Banda Comunale, Dresden
• Bündnis “Willkommen in Roßwein“
• Initiativkreis Antirassismus, Leipzig
• Legida? Läuft nicht. Leipziger Studierende gegen Rassismus
• Schüler für Flüchtlinge, Bischofswerda

Die Journalistin und Moderatorin Anja Reschke würdigte in ihrer Laudatio alle nominierten Initiativen für ihr Engagement in Orten und Regionen, in denen rechtsextreme Bedrohungen und Gewalt alltäglich sind.

Der undotierte Kommunenpreis ging an den Bürgermeister der Stadt Heidenau, Jürgen Opitz. Die Stadt wurde überregional bekannt, als es im August zu tagelangen gewalttätigen Ausschreitungen im Anschluss an eine flüchtlingsfeindliche Demonstration der NPD kam. Mit seiner klaren Haltung ist Opitz, der die Übergriffe scharf verurteilte und für Solidarität mit Geflüchteten wirbt, „ein Hoffnungsträger in der sächsischen Kommunalpolitik. Wie andere Bürgermeister sorgte er sich um die Verurteilung einer ganzen Stadt, ohne zu beschönigen, dass auch Bürger aus Heidenau unter den Demonstranten waren“ – so die Jury.

Die Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der auslobenden Stiftungen und weiteren Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wissenschaft wählte die sieben Preisträger aus insgesamt 64 Bewerbungen aus.

Weitere Informationen zum Sächsischen Förderpreis für Demokratie finden Sie HIER.

Fotos: Amadeu Antonio Stiftung