17.11.2016

Amadeu Antonio Stiftung erhält bul le mérite

Foto: Amadeu Antonio Stiftung Foto: Amadeu Antonio Stiftung

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) verlieh den diesjährigen Bul le mérite an die Amadeu Antonio Stiftung. Mit dem Orden zeichnet der kriminalpolizeiliche Fachverband in Deutschland Menschen und Organisationen aus, die sich in besonderer und oft in ganz unterschiedlicher Weise um die Innere Sicherheit verdient gemacht haben. Die Brücken schlagen und Verbündete suchen, um Verstehen und Verständnis beim Kampf gegen Kriminalität zu erzeugen, in der Gesellschaft, Politik, Justiz, in den Medien und in den eigenen Reihen.

Auf der Preisverleihung stellte der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz heraus: “Die polizeiliche Kriminalstatistik belegt, dass es im letzten Jahr so viele politische Straftaten wie noch nie in Deutschland gegeben hat.” Während die Zahl der von Ausländer*innen verübten politisch motivierten Straftaten deutlich gesunken sei, sei die Zahl der von Linken und vor allem von Rechten verübten Taten stark gestiegen.

“Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlings- und Asylunterkünfte hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 9 von 10 dieser Gewalttaten waren rechtsmotiviert.” Die gesamte Gesellschaft sei deshalb aufgefordert, dieser zunehmenden Radikalisierung durch deutliches Handeln entgegenzutreten.

Anetta Kahane mit BDK-Bundesvorsitzende André Schulz und stern-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges. (Foto: Amadeu Antonio Stiftung) Anetta Kahane mit BDK-Bundesvorsitzende André Schulz und stern-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges. (Foto: Amadeu Antonio Stiftung)

Die Verleihung des Bul le mérite 2016 an die Amadeu Antonio Stiftung begründete BDK-Vorsitzender Schulz damit, dass die Stiftung seit ihrer Gründung konsequent die demokratische Zivilgesellschaft gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus stärke. Die Stiftung setze dabei auf Aufklärung, Sensibilisierung sowie Beratung und Förderung von lokalen Initiativen und einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, um auf die Probleme hinzuweisen.

“Aufgrund ihrer Aktivitäten stand und steht die Stiftung und ihre Mitarbeiter im Fokus der rechten Szene und war und ist massiven Angriffen und Bedrohungen ausgesetzt. Durch eine in diesem Jahr großangelegte und perfide Schmutzkampagne rechter Aktivisten wurde und wird versucht, die Arbeit der Stiftung gezielt zu diskreditieren. Ein Grund mehr für uns, sie heute auszuzeichnen”, so Schulz abschließend.

Als “Weißen Ring” für Opfer von Rassismus und rechter Gewalt bezeichnete der Laudator und Chefredakteur des stern, Hans-Ulrich Jörges, die Stiftung. Auf die Haltung komme es an.

Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung schilderte in ihrer Dankesrede, dass die Arbeit der Stiftung zu Beginn vergleichsweise leicht war. Heute stehe sie vor schwierigeren Herausforderungen: “Rassistische, antisemitische – menschenverachtende Haltungen werden besorgniserregend offen geäußert, aber rhetorisch mit Forderungen nach Meinungsfreiheit oder der Durchsetzung von ‚Volkes Wille‘ verknüpft. Es herrschen derzeit eklatante Widersprüche in der Debatte um die Werte unserer Demokratie.” Der drastische Anstieg von Gewalt gegen Minderheiten zeige deutlich, dass diese Entwicklung eine echte Gefahr für die demokratische Grundordnung darstelle.

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