23.02.2016

Arbeitsforum: LdE im Kontext Flucht und Willkommenskultur

Krieg und Flucht sind beklemmende Themen. Dennoch sind sie im Alltag von Schülerinnen und Schülern sehr präsent: Ob durch die Medien, persönliche Fluchterfahrungen oder das zusammen Lernen in der Schule und Zusammenleben in der Gemeinde.

SchulbegleiterInnen aus Bürgerstiftungen und Freiwilligenagenturen diskutieren. (Foto: LdE) SchulbegleiterInnen aus Bürgerstiftungen und Freiwilligenagenturen diskutieren. (Foto: LdE)

Wie kann die Lern- und Lehrmethode Lernen durch Engagement (LdE) dazu beitragen, dass Schülerinnen und Schüler sich für und mit Geflüchteten engagieren und gleichzeitig Lerninhalte aus dem Unterricht mit ihrem Engagement verknüpft werden?

Diese Frage diskutierten LdE-Schulbegleiterinnen und -begleiter auf einer Veranstaltung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V., der Initiative Bürgerstiftungen und des von der Freudenberg Stiftung geförderten Netzwerks „Service-Learning – Lernen durch Engagement“ in Berlin.

Engagement für, mit und von Geflüchteten

In LdE Projekten finden Schülerinnen und Schüler verschiedene Zugänge zum Thema Flucht und Willkommenskultur. Bei einem Engagement für Geflüchtete etwa nehmen sie in erster Linie eine unterstützende Rolle ein, bei einem Engagement mit Geflüchteten engagieren sie sich gemeinsam mit zugewanderten Kindern und Jugendlichen.

Geflüchtete Schülerinnen und Schüler, die in Vorbereitungsklassen gehen, können mit LdE das, was sie gelernt haben, praktisch einsetzen und werden bestärkt, sich für ihre Belange und andere zu engagieren. Auch ein anwaltschaftliches Engagement im Themenfeld „Flucht und Willkommenskultur“ ist möglich, z.B. können sich Kinder und Jugendliche für Themen wie Asylpolitik und Lebensbedingungen von Geflüchteten einsetzen. LdE bietet viele Möglichkeiten zu einem Engagement, das mit fachlichem Lernen verbunden ist.

Schon heute werden im Netzwerk erfolgreich LdE-Projekte im Kontext Flucht und Willkommenskultur umgesetzt:

  • „Und was tun, wenn’s brennt?“
    Grundschüler/innen der Freien Grundschule Riestedt beschäftigen sich in Ethik mit den Themen Anders-Sein und Vielfalt und im Sachkundeunterricht mit Brandschutzregeln. Dieses Wissen geben sie in Kooperation mit der örtlichen Feuerwehr an gleichaltrige Kinder in einer Unterkunft für Geflüchtete weiter.
  • „Neue Brillen für unsere Flüchtlingsklasse“
    Berufsschüler/innen für Augenoptik in Bad Dürkheim beschäftigen sich mit Sehtests, Gläserschleifen und dem Anpassen neuer Brillen und stellen neue Brillen für Schüler/innen einer Flüchtlingsklasse an ihrer Schule her.
  • „Macht die Turnhalle für die Flüchtlinge der St. Pauli Kirche auf“
    Hamburger Schüler/innen einer 10. Klasse beschäftigen sich fächerübergreifend im Lernbereich Gesellschaft mit internationalen Konflikten und Fluchtgründen und bereiten in Deutsch Diskussionen und Präsentationen vor. Außerdem engagieren sie sich für die menschenwürdige Unterbringung von Geflüchteten, die in einer benachbarten Kirche Asyl erhalten haben.
  • „Eine Stimme für Heimatsuchende“
    Schüler/innen eines Hamburger Gymnasiums beschäftigen sich im Unterricht mit Flucht und Asyl und rufen geflüchtete Menschen auf, ihre Geschichten aufzuschreiben. Diese werden von Dolmetschern übersetzt, bei einer Lesung vorgestellt und in einem Booklet veröffentlicht – damit Sprache verbindet.

Hohes Potenzial für gelingende schulische und gesellschaftliche Integration

Foto: LdE Foto: LdE

In Lernen durch Engagement steckt ein hohes Potenzial für eine gelingende schulische und gesellschaftliche Integration, denn: Mit LdE können in Schulen alle Kinder und Jugendliche erreicht werden. Die Forschung zeigt: Wird LdE nach erprobten Qualitätsstandards umgesetzt, kann Lernen durch Engagement Vorurteilen frühzeitig entgegenwirken und einen Anstoß für gelebte Inklusion in Schule und Gemeinde sein. Gemeinsam mit den Partnern unterstützt das LdE-Team dabei, dass Lernen durch Engagement diese Wirkung entfalten kann.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Freiwilligenagenturen und Bürgerstiftungen bundesweit wollen über das Arbeitsforum hinaus am Thema bleiben.

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