10.03.2016

Junge Geflüchtete zwischen Schule und Beruf

Welche Berufswünsche haben junge Geflüchtete? Welche Kompetenzen bringen sie mit? Wie können sie mit einem koordinierten Zusammenwirken in der Kommune gezielt auf ihrem Bildungsweg unterstützt werden? Diese Fragen stellte die Weinheimer Initiative auf einem JahresforumExtra in Stuttgart vor einem Jahr.

Die Teilnehmenden aus Verwaltung, Jugendhilfe und Migrantenorganisationen hatten Arbeit mit nach Hause genommen. Nun trafen sie sich erneut, um über Geleistetes und bestehende Herausforderung zu sprechen.

Dr. Pia Gerber, Geschäftsführerin der Freudenberg Stiftung, stellte die im letzten Jahr ins Leben gerufene INITIATIVE Bildungsrecht für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung: JETZT! vor. Die INITIATIVE setzt sich dafür ein, dass geflohene Kinder und Jugendliche – unabhängig davon, woher sie kommen und wie lange sie bleiben werden – schnell in die KiTa oder Schule gehen können und dort qualifizierte Unterstützung finden. In einer Expertise beschreibt die INITIATIVE den Bedarf für ein koordiniertes Zusammenwirken und macht Handlungsvorschläge.

Für die Freudenberg Stiftung ist die INITIATIVE auch Selbstverpflichtung. Aus einer Bedarfs-Befragung langjähriger Partner ist ein bundesweites Pilotprogramm mit mittlerweile 17 Standorten entstanden. Für verschiedene Altersgruppen werden in KiTa, Schule, Erstaufnahmeeinrichtungen und in Betrieben Bildungsangebote entwickelt.

Qualität trotz Quantität

Koordiniertes kommunales Zusammenwirken in Bildungsfragen haben sich alle Mitgliedskommunen auch der Weinheimer Initiative zur Aufgabe gemacht. Seit Jahren setzen sie sich für gelingende Bildungswege ein und haben Netzwerke geknüpft. Das ist heute von Vorteil, um schnell Bildungsangebote für geflüchtete Kinder und Jugendliche zu schaffen.

Doch die Aufgaben für die Kommunale Koordinierung bleiben groß. Die Zahl der Asylsuchenden steigt weiterhin. Die Situation in den Unterkünften ist teils alarmierend. Fremdenfeindliche und rassistische Übergriffen haben in den vergangenen zwölf Monaten stark zugenommen. Kommunen stehen vor der Herausforderung, in dieser Situation Bildungsqualität zu sichern. Denn: ob Bildung zur Integration beiträgt, hängt von ihrer Qualität ab. Dies gelte, so wie es in einer Positionierung der Weinheimer Initiative heißt, allgemein, aber eben auch “in besonderer Weise in Hinblick auf die jungen Geflüchteten und deren besonders verletzliche emotionale Situation”.

Das eine tun ohne das andere zu lassen

Immer wieder ist auf der Veranstaltung ein “sowohl-als-auch” zu hören. Bei aller Anstrengung um Unterbringung und Bildungschancen für junge Geflüchtete dürfe nicht aus den Augen verloren werden, dass auch andere Jugendliche Unterstützung auf ihrem Weg in Ausbildung brauchen.

Alle auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen mache eine weitere Verbesserung der Arbeitsweisen erforderlich, wie es in der Positionierung der Weinheimer Initiative heißt.

Die Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative vertritt Städte, Gemeinden und Landkreise, die die Koordinierung des Übergangs Jugendlicher von der Schule ins Berufsleben in die Verantwortung der Kommune legen. Die Weinheimer Initiative ist Teil der von der Freudenberg Stiftung gegründeten INITIATIVE Bildungsrecht für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung: Jetzt!

Positionierung der Weinheimer Initiative Presse-Information Programm zum JahresforumExtra Redebeitrag von Dr. Pia Gerber zur Initiative Bildungsrecht für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung: Jetzt!