20.10.2016

Lars Day Preis für Mannheimer Inszenierung von "Zigeuner-Boxer"

Regisseurin Annette Dorothea Weber erhält den Lars Day Preis für ihre Inszenierung von "Zigeuner-Boxer". (Foto: Freudenberg Stiftung) Regisseurin Annette Dorothea Weber erhält den Lars Day Preis für ihre Inszenierung von "Zigeuner-Boxer". (Foto: Freudenberg Stiftung)

Erstmalig wurde am Donnerstag der Lars Day Preis – Zukunft der Erinnerung gemeinsam von der Lars Day Stiftung und der Akademie des Jüdischen Museums Berlin verliehen.

Ausgezeichnet werden damit seit diesem Jahr Initiativen, die sich in kreativer und zukunftsweisender Form für die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen einsetzen. Annette Dorothea Weber,langjährige Partnerin der Freudenberg Stiftung und der BT Spickschen Stiftung, erhielt den Preis für ihre Inszenierung von “Zigeuner-Boxer” als Klassenzimmerstück in Mannheimer Werkreal- und Berufsschulen.

In dem zugleich minimalistisch und minutiös inszenierten Monolog auf der Basis des Stücks der Autorin Rike Reiniger wird die wahre Geschichte des sintodeutschen Boxers Johann Trollmann aus Sicht eines fiktiven Freundes Hans erzählt.

Die Laudatio hielt Marianne Rosenberg, für die es den Stolz auf die deutsche Weltmeisterschaft oder auf einen deutschen Olympiasieg nicht ohne gleichzeitig tätige Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme für die NS-Vergangenheit und eine demokratische Gegenwart und Zukunft geben kann.

Preisträgerin Annette Dorothea Weber mit Laudatorin Marianne Rosenberg. (Foto: Freudenberg Stiftung) Preisträgerin Annette Dorothea Weber mit Laudatorin Marianne Rosenberg. (Foto: Freudenberg Stiftung)

Unter dem Thema NIE WIEDER! begründete Annette Dorothea Weber ihr Engagement gegen Hass und Ausgrenzung. “Der Traum ist aus! Aber ich werde alles geben!” so das musikalische Zitat von Marianne Rosenberg und Rio Reiser, auf das sich die Regisseurin in ihrer Dankesrede bezog. Dabei wurde spürbar, auf welche Weise die Künstlerin auch junge Menschen erreicht: durch eine authentische künstlerische Suche nach Antworten, wie dieses NIE WIEDER aussehen kann. Was würde jede einzelne Jugendliche tun, wenn ihr Freund ausgegrenzt oder bedroht wird? Darüber auf Augenhöhe nach dem Stück mit jungen Menschen zu sprechen, ist nach dieser Inszenierung unvermeidbar. Dafür wurde die Mannheimer Künstlerin jetzt ausgezeichnet.

Lesen sie hier, was der Mannheimer Morgen in seinen Berichten Engagement gegen Hass und Ausgrenzung und Zukunft ohne Hass über Auszeichnung schreibt.

Fotos: Freudenberg Stiftung