08.11.2016

Preisverleihung Sächsischer Förderpreis für Demokratie 2016

Zum 10. Mal wurde dieses Jahr der Sächsische Förderpreis für Demokratie verliehen. Seit 2007 werden mit dem Preis innovative Projektbeispiele aus der Zivilgesellschaft prämiert und ermutigendes Engagement von Kommunen ausgezeichnet.

Wie aktuell und nötig er ist, haben die letzten zwei Jahre in besonderem Maße gezeigt: Ein demokratisches Miteinander mit allen, die an einem Ort leben, ist auch in anderen Regionen der Bundesrepublik nicht selbstverständlich. Doch in Sachsen stecken hinter der Abwehr von Muslim*innen, Geflüchteten und anderen Minderheiten nicht nur Politikverdruss und Zukunftssorgen, sondern auch der ganz handfeste Versuch rechtsextremer Gruppierungen, ein Klima der Angst und kulturellen Hegemonie zu schüren.

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie will den Blick auf das demokratische Potential lenken und es stärken. Zahlreiche Initiativen und Bürger*innen setzen sich seit vielen Jahren für eine demokratische Alltags- und Willkommenskultur in Sachsen ein, trotz immer wiederkehrender Einschüchterungsversuche von Neonazis und populistischen Wortführern. Es sind diese lokalen Akteure, die anderen Mut machen, die der Förderpreis auszeichnet und unterstützt. Zudem richtet der Sächsische Förderpreis seit 2014 sein Augenmerk auch auf Gemeinden, die sich mit kommunalen Konzepten aktiv und engagiert menschenverachtenden Parolen und Übergriffen entgegenstellen.

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis und der undotierte Kommunenpreis gingen dieses Jahr an:

  • die Flüchtlingshilfe Königshain-Wiederau mit dem Projekt “Niemand flieht freiwillig!“, das stellvertretend für viele Willkommensinitiativen als besonders integrative und nachhaltige Bürgerinitiative ausgezeichnet wurde.
  • das Theater der Jungen Welt, Eigenbetrieb der Stadt Leipzig, für ihr Projekt Brennpunkt: X, dem maßgeblich Geflüchtete beteiligt waren.

Vier Anerkennungspreise gingen an:

  • CSD Dresden e.V. mit dem Projekt CSD Dresden hilft: Hilfe für LSBTI*-Geflüchtete in Sachsen
  • Straßengezwitscher mit seinem Twitter-Kanal @streetcoverage und der Informationsplattform #crowdgezwitscher zum Thema Flüchtlinge, Asyl und Integration

Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der auslobenden Stiftungen, des Sächsischen Städte- und Gemeindetags sowie weiteren Persönlichkeiten aus Kultur, Medien und Wissenschaft hatte die sechs Preisträger aus insgesamt 76 Bewerbungen und Einreichungen ausgewählt.

Die Preisverleihung fand unter der Schirmherrschaft von Frau Dr. Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, in der Schlosskapelle des Dresdner Residenzschlosses statt. Für den musikalischen Rahmen sorgten das Duo 13 Syndrome mit Thabet Azzawi (Oud) und Abed Sarraf (Gitarre) sowie Sebastian Krumbiegel von den Prinzen.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Thomas Fischer, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, alle nominierten Initiativen und das breite Engagement von derer, die sich in sächsischen Orten und Regionen für eine demokratische Kultur einsetzen und Minderheitenrechte, einen offenen Diskurs und bürgerliche Beteiligung gegen rechtspopulistische und rechtsextreme Bedrohungen und Gewalt verteidigen.

Der Sächsische Förderpreis für Demokratie wird ausgelobt von der Amadeu Antonio Stiftung, der Freudenberg Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung und der Stiftung Elemente der Begeisterung. Er wird von der Cellex-Stiftung und dem Sächsischen Städte- und Gemeindetag unterstützt.