01.03.2017

Studie "Hass im Alltag von Medienschaffenden" veröffentlicht

Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Studie "Hass im Arbeitsalltag Medienschaffender". (Foto: Mediendienst Integration) Pressekonferenz zur Veröffentlichung der Studie "Hass im Arbeitsalltag Medienschaffender". (Foto: Mediendienst Integration)

Für viele Journalist*innen zählen verbale und körperliche Angriffe heute zum Alltag – ob auf Demonstrationen, von denen sie berichten oder in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld wertet derartige Angriffe auf Journalist*innen nun erstmals systematisch aus. Die vom Mediendienst Integration (MDI) und von der Freudenberg Stiftung initiierte Studie zeigt: Von rund 780 befragten Journalistinnen und Journalisten sind zwei Drittel der Meinung, dass hasserfüllte Reaktionen in den vergangenen 12 Monaten allgemein deutlich zugenommen haben.

Diese erhöhte Wahrnehmung von und Erfahrungen mit körperlichen und verbalen Angriffen wie “Hate Speech” hat Folgen für den privaten und beruflichen Alltag der Journalist*innen. Dabei müssen solche Vorfälle nicht unbedingt selbst erlebt werden, um als Belastung empfunden zu werden. Allein die Wahrnehmung von Angriffen auf Kolleg*innen reicht hier aus.

Die Belastungen äußern sich u.a. durch Unsicherheit und Angst. So berichten Journalist*innen in offenen Antwortformaten in der Studie davon, Außenreports zum Beispiel zunehmend abzulehnen, um das Risiko – vor allem von körperlichen Angriffen – zu minimieren.

Zwei Drittel der Befragten geben an, im Kollegium Unterstützung und Solidarisierung zu finden. Der Umgang von Redaktionen mit körperlichen oder verbalen Angriffen ihrer Mitarbeitenden variiert jedoch: Über die Hälfte der Befragten berichtet, es gebe in ihrer Redaktion keine Auseinandersetzung oder Hilfestellung zum Umgang mit “Hate Speech” und körperlichen Angriffen. Einige Redaktionen aber organisieren regelmäßigen Austausch (37 Prozent), juristischen Beistand (23 Prozent) oder Schulungsangebote (9 Prozent).

Studie “Hass im Alltag Medienschaffender” zum Download HIER.

Beitrag des Mediendienst Integration HIER.

Pressemitteilung des Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld HIER.

Mit dem Mediendienst Integration und dem CIVIS-Medienpreis setzt sich die Freudenberg Stiftung dafür ein, dass Medien differenzierter über Migration berichten, die Vielfalt in der Einwanderungsgesellschaft sichtbar wird und Eingewanderte zu Wort kommen. Die Freudenberg Stiftung unterstützt gemeinsam mit der Karl-Konrad-und-Ria-Groeben-Stiftung und weiteren den MDI seit Gründung 2012.