25.04.2017

SVR veröffentlicht Jahresgutachten 2017

(v. l. n. r.): Prof. Dr. Petra Bendel, Prof. Dr. Daniel Thym, Prof. Dr. Viola B. Georgi, Prof. Dr. Christian Joppke, Prof. Dr. Thomas K. Bauer (Vorsitzender), Prof. Dr. Gianni D’Amato, Prof. Dr. Hacı Halil Uslucan (Stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Wilfried Bos, Prof. Dr. Claudia Diehl (Foto: SVR/Michael Setzpfandt) (v. l. n. r.): Prof. Dr. Petra Bendel, Prof. Dr. Daniel Thym, Prof. Dr. Viola B. Georgi, Prof. Dr. Christian Joppke, Prof. Dr. Thomas K. Bauer (Vorsitzender), Prof. Dr. Gianni D’Amato, Prof. Dr. Hacı Halil Uslucan (Stellvertretender Vorsitzender), Prof. Dr. Wilfried Bos, Prof. Dr. Claudia Diehl (Foto: SVR/Michael Setzpfandt)

“Tatsächlich scheint es sich weniger um eine 'Flüchtlingskrise' zu handeln als um eine 'Krise der Europäischen Union'”, warnt der Sachverständigenrat deutscher Stiftung für Integration und Migration (SVR) in seinem neuen Jahresgutachten. Unter dem Titel “Chancen in der Krise: Zukunft der Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa” analysieren die Sachverständigen aktuelle deutsche sowie europäische Asyl-, Flüchtlings- und Integrationspolitik und geben Handlungsempfehlungen. So setzt sich der SVR für eine deutliche Stärkung der EU ein und plädiert für eine klare Verantwortungsteilung zwischen den Mitgliedstaaten.

Wirft man einen Blick auf die Zahlen wird deutlich: Ein Großteil derjenigen, die 2015 und 2016 nach Deutschland flüchteten, waren Kinder und Jugendliche. Rund 33 Prozent waren unter 18 Jahren. Weitere 24 Prozent waren zwischen 18 und 25 Jahren. Vor diesem Hintergrund betont der SVR die Rolle von Bildung für ein An- und Weiterkommen in Deutschland. Ab wann geflüchtete Kinder und Jugendliche beschult werden und ob sie z.B. gleich in die Regelklasse oder erst eine Willkommensklasse für Neuzugewanderte besuchen, hängt vom Bundesland ab. Der SVR warnt davor, eine „spezielle Infrastruktur“ für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung zu schaffen, verweist aber auch darauf, dass bisher nicht ausreichend wissenschaftliche Erkenntnisse darüber vorliegen, „wie geeignet oder wirksam die derzeit praktizierten Fördermaßnahmen“ wirklich sind. Angebote der Berufsausbildung müssen, so der SVR, stärker an den Lebensverhältnissen der Geflüchteten angepasst sein. Er spricht sich für eine Modularisierung des Ausbildungssystems aus.

Jahresgutachten 2017

Die Freudenberg Stiftung hat sich an der Gründung des Sachverständigenrats 2008 beteiligt. Der Sachverständigenrat ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Beobachtungs-, Bewertungs-und Beratungsgremium, das zu integrations- und migrationspolitischen Themen Stellung bezieht. Seine Aufgabe ist handlungsorientierte Politikberatung auf wissenschaftlicher Grundlage.