13.05.2018

"Am Anfang war der Klang": Premiere von Musik-Geschichten im COMMUNTIYartCENTERmannheim

Nicht nur Kinder ziehen die Musik-Geschichten in ihren Bann. (Foto: Freudenberg Stiftung) Nicht nur Kinder ziehen die Musik-Geschichten in ihren Bann. (Foto: Freudenberg Stiftung)

Die drei Protagonisten, gespielt von Folkert Dücker, Tobias Escher und Mike Rausch, sind sich nicht einig: “Am Anfang war das Wort!”, “Am Anfang war die Musik!”, “Am Anfang war die Stille!”, “Am Anfang war die Tat!”, “Am Anfang war die Liebe!”. Dann aber zeigen ihre Geschichten, die sie über Musik erzählen und von Musik erzählen lassen, dass die Grenzen zwischen alldem fließend sind. Ihr musikalisches Schauspiel spürt der Bedeutung und den vielen Facetten von Musik nach und regt auf unterhaltsame Weise dazu an, Musik in ganz unterschiedlicher Form auf sich wirken zu lassen und über Musik nachzudenken.

So richtet sich das Stück “Am Anfang war der Klang” mit Text und Inszenierung von Annette Dorothea Weber und Musik von Mike Rausch zwar an Kinder ab 5 Jahren, erreicht mit seiner Botschaft und seinen Klängen aber Menschen jeden Alters. Das COMMUNITYartCENTER lud am 13. Mai 2018 zur Premiere und wird daraufhin Kindergärten, Schulen und Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Mannheim mit Vorstellungen besuchen.

“Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an”: die Gültigkeit dieses Zitats von E.T.A. Hoffmann zeigt das Stück auf einfache, aber eindringliche Weise. Musikalisch erzählte antike Mythen über die Nymphe Echo, die von der Göttin Hera aus Eifersucht ihrer Stimme beraubt wurde, über den Gott Pan, der einen Bund Schilfrohr in klagende Töne verwandelte oder die Geschichte von dem Jüngling, der aus einer Kiste, einem Haar und einem Stab eine Geige herzustellen vermochte und so die schöne Königstochter zur Frau bekam, führen vor Augen, dass Musik sich über Grenzen zwischen Zeiten, Orten und Menschen hinwegsetzt. “Musik lässt uns die Zeit vergessen und die Ewigkeit verstehen” – für Kinder bildlich verpackt in die Geschichte des Mönches, der dem wunderschönen Gesang eines Vogels folgt und erst um Jahrzehnte gealtert wieder in sein Kloster zurückkehrt.

Die drei Spieler lassen die Zuschauer mitverfolgen, wie aus einem markerschütternden Schrei Stille und Worte zu Musik werden, wie aus dem Rhythmus des Holzstapelns Musik entsteht und wie die Klänge einer Flöte und einer Trommel eine so magische Wirkung entfalten, dass ein Jeder nicht anders kann als sich bis zur Erschöpfung zu ihrer Musik zu bewegen. Neben “bekannten” Musikinstrumenten wie Cello, Klavier, Flöte, Marimbaphon entlocken die Künstler ganz alltäglichen Gegenständen Klänge und Laute und bringen die Kinder im Publikum, aber auch ihre Eltern zum Staunen, Nachdenken, Innehalten – und Mitwippen und -klatschen. Musik, so zeigen sie, steckt in vielem mehr als nur in virtuosen Meisterwerken, Sonaten von Bach wiederum können sich ganz schnell in eine Polka oder einen Tango verwandeln.

Musik-Geschichten profitiert von der Offenheit junger Kinder, sich unvoreingenommen auf jede Art von Klängen – auch auf klassische Musik – einzulassen und intuitiv auf sie zu reagieren. “Am Anfang war der Klang” führt die starke verbindende Kraft von Musik vor Augen – und ganz ohne, dass dieses Stück eines weiteren Zweckes bedürfen würde, leistet es so einen Beitrag zum Ziel des COMMUNITYartCENTER, Kunst für Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu schaffen.

Zusammen mit der Stadt Mannheim, der Heinrich-Vetter-Stiftung, der BT Spickschen Stiftung und den Open Society Foundations unterstützt die Freudenberg Stiftung das COMMUNITYartCENTERmannheim seit seiner Gründung im Jahr 2012.