07.06.2018

CIVIS Medienpreis für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt 2018

Medien erzeugen machtvolle Abbilder der Wirklichkeit, ihre Verantwortung für das gesellschaftliche Klima ist daher groß, betonten Michael Radix (Geschäftsführer der CIVIS Medienstiftung), Tom Buhrow (Intendant des WDR), Michael Roth (Staatsminister für Europa Auswärtiges Amt) und Annette Widmann-Mauz (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration) in ihren Begrüßungsworten zur Verleihung des 31. CIVIS Medienpreises am 07. Juni 2018 im Auswärtigen Amt in Berlin.

Zum 31. Mal verlieh die CIVIS Medienstiftung 2018 den CIVIS Medienpreis für Migration, Integration und kultureller Vielfalt (Foto: CIVIS/Oliver Ziebe) Zum 31. Mal verlieh die CIVIS Medienstiftung 2018 den CIVIS Medienpreis für Migration, Integration und kultureller Vielfalt (Foto: CIVIS/Oliver Ziebe)

Dieser Verantwortung werden die 13 ausgezeichneten Programmleistungen aus Film, Fernsehen, Radio und Internet, die mit ihren jeweils ganz eigenen Geschichten, Perspektiven und Herangehensweisen einen Beitrag zu einem differenzierten Verständnis der Migrationsgesellschaft und einer Kultur der Wertschätzung von Vielfalt leisten, auf besondere Weise gerecht. Sie zeigen u. a. historische Parallelen von Flucht und Migration (“Elja”, European Young CIVIS Media Prize), das Erleben zweier Kinder des politischen Umbruchs der estnischen Unabhängigkeit im Jahr 1991 und die anhaltende Aktualität dieses Konflikts (“Three August Days”, Unterhaltung), die dramatische Situation von Minderjährigen mitten in Europa im sogenannten Dschungel von Calais (“Calais, les enfants de la jungle/The lost kids of Calais”, Information) oder das Wegschauen von Behörden bei einem der größten Neofaschist*innen-Treffen Europas im österreichischen Bleiburg („Kroatische Hitlergrüße in Kärnten“, Magazine). Der Sonderpreis rückte in diesem Jahr in den Fokus, welche verbindende Rolle Fußball für die Integration von Neuzugewanderten spielen kann, der Online-Preis zeichnete zwei junge Journalistinnen aus, die selbstbewusst zu den unterschiedlichen kulturellen Einflüssen stehen, die ihre Identität prägen und in ihren Webformaten angstfrei und konfrontativ („Neue rechte Welle“) oder humorvoll („Tama Gotcha!“) normative gesellschaftliche Narrative herausfordern.

Dass sich „der Preis mit Haltung“, wie ihn Moderatorin Sandra Maischberger nannte, für den die Freudenberg Stiftung gemeinsam mit dem WDR einst den Grundstein legte, sich mittlerweile mit einer diesjährigen Höchstzahl von 847 Bewerbungen aus 22 europäischen Ländern zum bedeutendsten Preis Europas für Migration, Integration und kulturelle Vielfalt etabliert hat, gibt Anlass zu Optimismus, dass die Zeiten von Qualitätsjournalismus trotz wachsender rechtspopulistischer Vereinnahmung medialer Diskurse noch längst nicht vorbei sind und es wirksame Mittel und Wege gibt, diesen zu stärken.

Die Begründungen der Jury zu den ausgezeichneten Beiträgen finden Sie hier.