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19/10/2020
Verschwörungserzählungen als Herausforderung für die Gesellschaft
Das Problem
Mit Beginn der Covid-19-Pandemie haben sich Verschwörungserzählungen und Verschwörungsideologien in der Gesellschaft verbreitet. Für einen Teil der Menschen gilt, sie finden eine gewisse Orientierung und Kraft in der Vorstellung, dass hinter der Pandemie kein Naturereignis oder vielmehr eine Naturkatastrophe steht, sondern ein Plan von (angeblich) machvollen Eliten.
Damit verbunden sind und waren Demonstrationen in vielen Teilen der Republik. Organisationen wie „Querdenken 711“, „Nicht ohne uns“ oder „Corona Rebellen“ rufen seit April 2020 zu diesen spontanen und angemeldeten Kundgebungen auf. Sie propagieren nicht nur eine angebliche Harmlosigkeit des Coronavirus, sie verbreiten ebenso Verschwörungsmythen über die Entstehung und die Folgen der Pandemie. Empirische Untersuchungen zeigen, dass diese Demonstrationen durchaus Anklang in der Bevölkerung finden. Zwar zeigen während der gesamten Pandemiephase deutlich mehr Menschen, dass sie die staatlichen Maßnahmen gegen Covid-19 befürworten, zugleich zeigt sich etwa ein Drittel als empfänglich für verschiedene Verschwörungsmythen . Problematisch daran ist, zum einen eine feststellbare schnelle Radikalisierung von Menschen und zum anderen die offene Rebellion gegen die Eindämmungsmaßnahmen (z.B. AHA-Regel), welche sich auf das Infektionsgeschehen negativ auswirken können.