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01 Dezember

Postmigration als Haltung:
Jahrestagung des Rats für Migration

Unsere Gesellschaft ist vielfältig und durch Migration geprägt – diese Realität wird aktuell in Frage gestellt wie selten zuvor. Bei der Jahrestagung des Rats für Migration (RfM) vom 06. - 08. November 2025 in Berlin stand die postmigrantische
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01/12/2025

Postmigration als Haltung:
Jahrestagung des Rats für Migration

Unsere Gesellschaft ist vielfältig und durch Migration geprägt – diese Realität wird aktuell in Frage gestellt wie selten zuvor. Bei der Jahrestagung des Rats für Migration (RfM) vom 06. - 08. November 2025 in Berlin stand die postmigrantische Gesellschaft im Fokus: Stimmen, Perspektiven und Kämpfe, die oft überhört werden.
Foto: Rat für Migration
Eine postmigrantische Perspektive sieht Migration als festen Bestandteil der Gesellschaft. Migration verändert das Zusammenleben, Kultur und Politik dauerhaft – und ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen. Die postmigrantische Gesellschaft ist sich ihrer Diversität bewusst, ohne Menschen auf ihre Migrationsgeschichte zu reduzieren.

Die Tagung des RfM umfasste einen interdisziplinären Austausch von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus an verschiedenen bedeutungsträchtigen Orten Berlins. Aus wissenschaftlicher Sicht ging es darum, was das Leitbild der postmigrantischen Gesellschaft heute bedeutet: Wie lassen sich gleichberechtigte Teilhabe und Zugehörigkeit angesichts autoritärer Strömungen weltweit behaupten?

Weitere Beiträge zeigten: In Kunst, Rap, Satire und Comedy hinterfragen gerade Künstler*innen mit Migrationsgeschichte gesellschaftliche Normen. Kulturelle Bildung und Kunst fördern kritisches Denken, gemeinsames Handeln und sind Motoren für gesellschaftlichen Wandel.

Auch im Zusammenspiel von Forschung, Aktivismus und Kunst entstehen neue Ideen für ein demokratisches und solidarisches Zusammenleben. Das Amo Collective Berlin zum Beispiel engagierte sich erfolgreich für die Umbenennung der "M-Straße" in Anton-Wilhelm-Amo-Straße. Das Kollektiv veranstaltet zudem öffentliche Stadtrundgänge, die verborgenen Spuren folgen und die vielfältigen Geschichten Berlins erfahrbar machen – von der Kolonialzeit bis heute.

Vielen Dank für die Tagung, die in diesen Zeiten ein wichtiges Zeichen für die offene, demokratische Gesellschaft setzte!

Hier mehr dazu.

Die Freudenberg Stiftung unterstützt den Rat für Migration seit seiner Gründung 1998. Der bundesweite Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen begleitet kritisch politische Entscheidungen und öffentliche Debatten zu Migration, Integration und Asyl. Der Rat für Migration ist Träger des Mediendiensts Integration, den die Freudenberg Stiftung ebenso fördert.