Journal
2019 ... 2018 ... 2017 ... 2016 ... 2015 ... 2014 ... 2013 ... 2012 ... 2011 ... 2010
12 März

Jahrestreffen des Weinheimer Unterstützerkreises Berufsstart (WUB)

Trotz boomender Wirtschaft und der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland: Der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart, der WUB, und alle Akteure die junge Menschen am Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten, werden weiterhin
...read more
×
12/03/2015

Jahrestreffen des Weinheimer Unterstützerkreises Berufsstart (WUB)

Trotz boomender Wirtschaft und der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland: Der Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart, der WUB, und alle Akteure die junge Menschen am Übergang von der Schule ins Berufsleben begleiten, werden weiterhin dringend gebraucht.
"Es liegt jetzt nicht mehr an den angebotenen Stellen", erklärte Prof. Dr. Hansjörg Weitbrecht beim Jahrestreffen des WUB im Hermannshof, "und trotzdem ist unsere Arbeit nicht leichter geworden".

Vor 15 Jahren wurde der WUB von den beiden weitblickenden Unternehmern Hermann Freudenberg und Dr. Heinrich Hornef gegründet, daran erinnerte jetzt beim Jahrestreffen auch Dr. Dorothee Freudenberg, Hermann Freudenbergs Tochter, in einem Grußwort. Die Freudenberg Stiftung unterstütze die Idee nach wie vor. Weinheims Oberbürgermeister Heiner Bernhard bezeichnete den WUB als festen Bestandteil der Weinheimer Bildungskette und das Kümmern um einen möglichst chancengleichen Zugang zur Bildung als eine kommunale Pflichtaufgabe. Er sagte weitere Unterstützung der Stadt zu: "Ihr Thema ist uns ein besonderes Anliegen.“

Weitbrecht, der aktuelle Vorsitzende des WUB-Sprecherkreises, legte vor den Paten, und Kooperationspartnern, Kammern und Schulen, seinen Jahresbericht ab. Zentrale Aussage darin: Trotz der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind rund ein Viertel der jungen Schulabgänger in Deutschland nicht in der Lage direkt einen Ausbildungsplatz zu bekommen; sie müssen in Übergangssystemen - Praktika oder besonderen Schulformen - abgefangen werden.

Die WUB-Schulpaten sind an vier Weinheimer Schulen engagiert, um junge Menschen mit nicht immer reibungslosen Biographien früh zu begleiten, ihnen zur mehr Berufsreife und -orientierung zu verhelfen: an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, der Helen-Keller-Schule, der Hans-Freudenberg-Schule und der Johann-Philipp-Reis-Schule. Dabei arbeiten so genannte „Berufspaten" daran, gemeinsam mit den hauptamtlichen Jugendberufshelfern ein Netzwerk mit den Weinheimer Ausbildungsbetrieben zu pflegen und die Schüler individuell zu betreuen. ,Lernpaten' geben Nachhilfeunterricht, kostenlos, versteht sich. "Paten werden zu Vertrauenspersonen", beschrieb Weitbrecht, "unsere Paten sind das wertvollste Kapital und neue zu finden, ist unsere wichtigste Aufgabe". Weitbrecht verwies auf die hauptamtliche Unterstützung des ehrenamtlichen WUB, hauptsächlich durch die Jugendagentur Job Central, das Weinheimer Bildungsbüro und die Kommunale Koordinierungsstelle am Übergang Schule-Beruf.

Frau Schwarz, stellvertretende Teamleiterin Team U25 und Beratung akademische Berufe in der Agentur für Arbeit in Heidelberg, berichtete in einem lebendigen Referat über die aktuelle Ausbildungssituation in der Region auf, empfahl für Hauptschüler geeignete Ausbildungsberufe, wies auf wichtige Aspekte bei der Berufswahl hin und empfahl die Angebote der Arbeitsagentur bei der Berufsberatung.

Dr. Rainer Kuntz, Leiter Bildungszentrum und Personalentwicklung, Freudenberg Service KG und Dr. Susanne Felger, Leiterin Koordinierungsbüro Übergang SchuleBeruf, stellten das neue Bündnis Ausbildung „Zweiburgen-Talente“, eine Kooperation der Weinheimer Ausbildungsfirmen in einer Präsentation und mit der neuen Website vor. Bewerbungen sollen weitergereicht werden und der Auftritt in die Öffentlichkeit soll gemeinsam erfolgen, z.B. auf der Messe „Jobs for Future“.

Frau Sabine Beckenbach, die hauptamtliche Unterstützerin für den WUB bei Job Central, berichtete über die Patenentwicklung. Ende 2014 waren 38 Ehrenamtliche beim WUB aktiv, zusammen leisteten sie 3400 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Erreicht wurden 400 Jugendliche. Die neuen Paten wurden von ihr vorgestellt. Zwei Fallgeschichten, von den Paten Scholtyssek und Dr. Exner vorgetragen, die nicht ganz so verliefen, wie geplant, rundeten die Veranstaltung ab.