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31. Januar

Mannheimer Erklärung der Vielen: Pressekonferenz im COMMUNITYartCENTERmannheim

"Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der
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31.01.2019

Mannheimer Erklärung der Vielen: Pressekonferenz im COMMUNITYartCENTERmannheim

"Als Aktive der Kulturlandschaft in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden", lautet der erste Satz der Mannheimer Erklärung der Vielen. Eine wachsende Anzahl landesweiter und kommunaler Initiativen haben sich in den letzten Wochen und Monaten der Idee aus Berlin angeschlossen und möchten mit einer an diese Erklärung und Selbstverpflichtung angelehnten Stellungnahme ihre gesellschaftliche Vision öffentlich äußern und klar Haltung beziehen.
Foto: COMMUNITYartCENTERmannheim
In Mannheim haben Annette Dorothea Weber, künstlerische Leiterin des COMMUNITYartCENTERmannheim und Gerhard Fontagnier (Kulturparkett Rhein-Neckar e.V.) die Entwicklung und Unterzeichnung der Mannheimer Erklärung der Vielen initiiert. Am 31. Januar fand in den Räumen des COMMUNITYartCENTERmannheim eine Pressekonferenz zum Start der Kampagne statt. "Wir möchten uns als Mannheimer Kultureinrichtungen vernetzen, um mit einem klaren Statement gemeinsam Angriffen gegen die Freiheit der Kunst entgegenzutreten“, brachte Annette Dorothea Weber das Anliegen der Kunst- und Kulturschaffenden auf den Punkt. "Wir befürchten auch, dass Andersdenkende und Anderslebende abgewertet werden." Zum weiteren Initiativkreis der stadtweiten Erklärung gehören die Kultureinrichtungen Alte Feuerwache Mannheim, EinTanzHaus, die Künstlerinitiative "Bunte Vielfalt statt völkischer Einfalt", Nationaltheater Mannheim, der Verein QuerKultur Rhein-Neckar e.V., Theaterhaus G7 sowie zeitraumexit.
Grundlage der Kampagne ist die Berliner Erklärung der Vielen des Vereins Die Vielen e. V., die von einem Kreis von Aktiven der Kulturlandschaft, Produktionshäusern, Stadttheatern, Interessenvertretungen und Verbänden entwickelt und abgestimmt wurde. Hinter allen Erklärungen steht die klare Haltung und Selbstverpflichtung, kontinuierlich einen offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien zu führen, sich solidarisch mit Menschen zu zeigen, die von Rechtsextremist*innen an den Rand gedrängt werden und sich gegen eine Instrumentalisierung von Kulturveranstaltungen durch Rechtsnationale zu wenden.
"Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt", lautet das Credo der Kampagne. Kunst, wie sie die Unterzeichnenden verstehen, ist nur dann Kunst, wenn sie frei bleibt, für Alle da ist und für Solidarität steht, nicht für Privilegien. Die beteiligten Häuser sehen es als ihren Auftrag, unsere Gesellschaft "als eine demokratische fortzuentwickeln".
Am 1. Februar 2019 wurde die "Erklärung der Vielen" und ihre Kampagne bundesweit veröffentlicht und verbreitet. In Deutschland haben bisher über 500 Institutionen und knapp 1.400 Personen die Erklärung unterzeichnet.
Die Freudenberg Stiftung gratuliert dem COMMUNITYartCENTERmannheim und dem gesamten Initiativkreis zum gelungenen Start der Kampagne und erklärt ihre Unterstützung für die darin formulierten Ziele für eine demokratische Kunst und Gesellschaft!

Link zum Unterzeichnen der Erklärung
Presseberichte:
Die Rhein Pfalz 31.01.2019
SWR Aktuell 31.01.2019
Mannheimer Morgen 01.02.2019
Rhein-Neckar-Zeitung 01.02.2019