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18. November

Herausragende Sprachförderung: Start für ausgezeichnetes Projekt der Universität Bremen

Mit einer Auftaktveranstaltung am 18.11.2022 startete das Projekt "LITALPHA" zur Sprachförderung in Alphabetisierungsklassen für neuzugewanderte Jugendliche. Das Projekt
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18.11.2022

Herausragende Sprachförderung: Start für ausgezeichnetes Projekt der Universität Bremen

Mit einer Auftaktveranstaltung am 18.11.2022 startete das Projekt "LITALPHA" zur Sprachförderung in Alphabetisierungsklassen für neuzugewanderte Jugendliche. Das Projekt der LehrLernwerkstatt Fach, Sprache, Migration der Universität Bremen ist mit dem diesjährigen Hauptpreis "Megafon" der Joachim Herz Stiftung ausgezeichnet worden. Im Projekt steht handlungsorientiertes, fächerübergreifendes Lernen am Beispiel "Schulhofgestaltung" im Fokus.
Foto: Joachim Herz Stiftung/Claudia Höhne
Entstanden aus der Not, als wegen der Corona-Vorkehrungen der Förderunterricht für neuzugewanderte Jugendliche kurzerhand ins Freie verlegt werden musste, gelang der LehrLernwerkstatt Fach, Sprache, Migration der Universität Bremen ein preisgekröntes Projekt:

Das Projekt LITALPHA, kurz für "Literalitätsentwicklung in Alphabetisierungsklassen", wurde mit einem der beiden je mit 25.000 EUR dotierten Hauptpreise Megafon der Joachim Herz Stiftung in der Kategorie "Sprachförderprojekte für Jugendliche und junge Erwachsene von 10 bis 16 Jahren" ausgezeichnet.
Der Hauptpreis in der Kategorie "Angebote für 17- bis 25-Jährige" ging an das Projekt "Mission Klinik" der passage mbH Hamburg, das mit sprachfördernden digitalen Escape Rooms auf den Arbeitsalltag in einer Klink vorbereitet. Förderpreise gingen an das Projekt "Schulhausroman" (Literaturhaus e.V., Hamburg) und an das Online-Portal lea.online zur berufsfeldbezogenen Lese- und Schreibförderung (Universität Bremen).

Deutsch im Tun & mit Spaß lernen

LITALPHA richtet sich an Jugendliche, die erst seit kurzem in Deutschland leben und in ihren Herkunftsländern keine Schule besucht haben. Sie sollen dabei unterstützt werden, so bald wie möglich an den Regelklassen teilhaben zu können. "Literalität - also die Welt begreifen und über sie sprechen zu können - ist sehr viel mehr als lesen und schreiben zu können", betont Katja Baginski, pädagogische Leiterin der LehrLernwerkstatt.

Im Fokus des Projekts, das an der Schule an der Mainstraße in Bremen mit 50 Schüler*innen durchgeführt wird, steht die Frage: Was brauchen die Schüler*innen in ihren Pausen auf dem Schulhof? Beim Vermessen des Geländes wird dann nicht nur Deutsch gelernt, sondern auch Mathematik, Kunst und Geografie. Physikalische Themen wie Energieerzeugung sollen über ein Fahrrad mit Dynamo, an dem die Handys aufgeladen werden, behandelt werden und biologisches Wissen über den gemeinsamen Bau von Hochbeeten.

"Die Schüler*innen haben sehr viel Freude daran, sie können sich die Sätze sehr gut merken und sofort in ihrem alltäglichen Leben anwenden", beobachtet Lehrerin Christiane Santos. Das Projekt ermöglicht gleichzeitig Studierenden, Praxiserfahrungen mit sprachlich heterogenen Klassen zu sammeln und unterstützt Lehrkräfte, die oft keine Erfahrungen mit Alphabetisierungsklassen haben. Partner des Projekts ist das Kompetenzzentrum für Interkulturalität in der Schule (Kom.In) des Landesinstituts für Schule in Bremen, sodass künftig entsprechende Fortbildungsangebote auch für die Lehrer*innenbildung entwickelt werden können.

"Der Preis bestärkt uns darin, das Thema Grundbildung für Jugendliche in die Lehramtsausbildung zu integrieren und Lehrerinnen und Lehrer durch die Universität in ihrer anspruchsvollen Arbeit zu unterstützen", sagt Professorin Yasemin Karakaşoğlu, wissenschaftliche Leiterin der LehrLernwerkstatt.

Die Freudenberg Stiftung gratuliert ganz herzlich zu dieser tollen Auszeichnung für ein Projekt, das zeigt, wie zeitgemäße, inklusive Bildung in der Einwanderungsgesellschaft aussehen kann!

Video zum Projekt hier


Das Projekt LITALPHA ging aus den Projekten "Schuldeutsch" und "Fach + Sprache" hervor, die von der Freudenberg Stiftung im Rahmen des Modellprogramms "Bildungsrecht für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung" (2015-2020) gefördert wurden. Das Projekt entstand in der LehrLernwerkstatt "Fach, Sprache, Migration" der Universität Bremen in Kooperation mit dem Alphabetisierungszentrum des Landes Bremen in der Oberschule am Leibnizplatz.